Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 24)
- Language
- German
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82 mag allein sie auszugleichen und in Uebereinstimmung zu setzen, da man nach den Meinungen der Kirche wie der Synagoge von dem wahren messianischeu K ö n i g e die Wirkungen und Segnungen wünscht, die die Völker zu einem einzigen Gesetze kommen lassen. Noch deutlicher als aus dem Vorhergehenden ist aus den dem Bibeltext vorangehenden W o r t - erklärungen ersichtlich, wie Rabbi Mose dazu gelangte, bei so verschiedenartigem Denkinhalt doch die gleichen Denkformen in seiner Darstellung anzuwenden, ein weiterer Beweis dafür, wie sehr er in dem allgemeinen Bildüngskreise heimisch geworden. Doch ist schon aus dem Bisherigen zu erkennen, daß das göttliche Gesetz ihm das unerschütterliche Bollwerk ist, auf dem er als der sicheren Zufluchtsstätte seines Glaubens treu und fest ausharrt. Jene nur leise angeschlagene und alles einheitlich umfassende Anschauungsweise leuchtet auch aus den Erklärungen. hervor, die er dem Buche Job voranstellt. Von jedem Sonderbekenntnis abgesehen, stehen hiernach alle Menschen gleichmäßig unter dem Einfluß der freundlichen oder feindlichen Stellung der Gestirne, so daß Jobs Schicksal einem jeden begegnen könnte. Nach dem Willen Gottes des Herrn besteht die Ordnung der Zeichen und Planeten, die oft dem Bösen Gutes und dem Guten Böses bringt. Dennoch bleibt dem Menschen noch die freie Wahl, die Geschehnisse zu wandeln, und die Entscheidung ist nur insoweit möglich, als der freie Wille dafür eintritt, das Böse entfernt und das Gute mit dem Beistände Gottes festzustellen vermag. Darin irrt Job, daß er die Güter des Unheils und Glücks für das wirkliche menschliche Glück oder Unglück hält, während doch nur das Glück oder Unglück der Seele so genannt werden darf. In ein verwickeltes Problem tritt Job damit ein, daß Gott seine Vorsehung nicht auf das einzelne richte, sondern nur aus das allgemeine bei den Menschen achte, da die Guten leiden und die Bösen Gutes genießen. Weiterhin scheint er sogar an der göttlichen Vorsehung