Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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33 für das geistige Wohl zu zweifeln, und dennoch übt er das Tute. Da er aber so viele Versuchungen und Aengste an sich herankommen sieht, erkennt er, daß Gott die Menschen ohne Schutz läßt und auf das einzelne nicht achtet. Dies geschieht aber notwendig und mit Vernunft. Wenn Gott die Menschen mit seiner Vorsehung versorgte, würde er sie nicht den Zeichen und Planeten überlassen und so ein noch größeres Unrecht dulden. Auch müßte es Gott herabsetzen, daß er auf so geringe Dinge achten solle wie die, was Johann oder Sancho jeden Tag schaffen. Ebenso erforderte das Beachten der geringen Unwürdigkeit des einzelnen Menschen ein Sehen, Denken, Bemerken, Augen, Verstand, Einbildungskraft, was körperlich ist und dem unkörperlichen Gott nicht ansteht. So leitet R. Mose Arragel den Eedankengehalt des Buches Job hier in Formen ab, die in der Hauptsache an die Philosophie des Moses Maimonides erinnern, Die gleiche philosophische Klarheit und ethische Würde tritt uns auch in der Besprechung der anderen biblischen Bücher entgegen. Zwar liegt ihm jede eigene religionsgeschichtliche Entwicklung noch fern, aber auch von der le1ieita8 des summum bonum, der höchsten irdischen Glückseligkeit, die ihm der Kirchenfürst nach -er'Anschauung seiner Zeit wiederholt als das höchste Sehnsuchtsziel seines religiösen Strebens nannte, rückt er unverkennbar deutlich ab. Was aus seiner gesamten Darstellung besonders hervorleuchtet, das ist die Bekenntnistreue, die er dem strenggläubigen Fürsten wie dessen geistlichen Beratern gegenüber bewunderungswürdig stark und fest zu wahren weiß. s