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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 23

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Eine altkastilische Prachtbibel
Date
1926-01-01
Page
Seite 23 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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23 während die Edeldamen an der Festtafel des Königs Ahasveros in köstlich faltenreichen Gewändern, mit den hohen Kragen der Medici, das Haupt mit Kränzen und Blumen geschmückt, versammelt sitzen, stürzt Vasthi, völlig nackt, einen kurzen Kuhschwanz an der Stirn und einen langen am Hinterkörper vor ihnen zu Boden, während ein Vlutstrom ihr aus der Kehle hervorbricht. — Josua wird mit dem Heiligenschein gezeigt, da er mit dem Schwerte den letzten der 31 Könige hinschlachtet, deren blutende Leiber mit Kronen auf dem Haupt in köstlich blauen, roten, grünen und goldgelben Gewändern aneinandergereiht am Boden liegen. Adonibezek (Richter 1,5) hängt, auf dem niedergebeugten Kopf die Krone tragend, mit abgehauenen Fingern und Zehen am Galgen, ebendort auch alle zehn Söhne Hamans. Neben viel blutigem Gemetzel von schwer gepanzertem Kriegsvolk findet sich auch sonst noch oft genug der Galgen mit Gehenkten besetzt oder Haufen blutiger Menschenleiber als Zeugnis des trsmenäuni Del, wie es auch Dante und Savonarola, Luther und Calvin erlebt haben. So wird der religiöse Eedankengehalt der Bibel belebt, verdichtet, verklärt, oft auch legendenhaft ausgeschmückt. Nicht ein theologischer Gedankenaufbau wird hier veranschaulicht, sondern das Heilige durch die ihm gemäßen Formen versinnbildlicht, das Ewige durch irdische Formen zu bestimmen, an irdische Stoffe zu binden gesucht und die sichtbare äußere Form durch den Ausdruck innerer Wahrheit zur Schönheit erhoben. Der Sinngehalt des Schaffens und Lebens in biblischer Zeit wird mit seinen Kämpfen und Wirren, seinen Sorgen und Nöten, seinen Anforderungen undUngerechtigkeiten, seinem Glanz und seiner Pracht wie seiner Hinfälligkeit und Nichtigkeit durch die deutlicher verlebendigende Sprache der Kunst in ihrer irdischen Bedingtheit, immer aber auch ihrem lebendigen Zusammenhang mit dem Urquell aller Menschengröße und Menschenkraft in packenden Gestalten vor Augen geführt. Zu nachdrücklicher Erhöhung der Wirkung ist das im Mittelalter

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