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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 21

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Eine altkastilische Prachtbibel
Date
1926-01-01
Page
Seite 21 (sequence 13)
Language
German
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21 einsam der Eottesmann auf erhobenen Armen zwei übermächtige, rechteckige, nicht wie sonst üblich gerundete Steintafeln, darauf in hebräischen Buchstaben die ewigen Gebote. Das schön geformte Haupt umstrahlt nicht der Heiligenschein wie alle anderen Propheten und Führer des Volkes und Gott selber, sondern Strahlen blitzen rings herum auf. Das in straffen Falten niederfallende Gewand, aus dem nur die fein geformten Füße hervorblicken, verstärkt noch die innere Achse des Körpers, auf die alle einzelnen Glieder bezogen, so daß sie zu vollkommenem Gleichgewicht gegeneinander abgewogen sind. So steht er, ein Atlas des Geistes- und der Sittenwelt, da. Ihm zu Füßen eine Anzahl Juden, die verehrungsvoll zu ihm emporblicken oder in Betrachtung tief versunken sind. Auch das Bild Salomos auf seinem Throne muß der Rabbi vorgeschrieben haben, da es in seinen Einzelheiten dem Midrasch folgt. Die architektonischen Formen des Palastes gleichen fast ganz denen des Titelbildes, nur thront an Stelle des Ordensmeisters hier der weise König, in der behandschuhten Rechten das erhobene Schwert als Zeichen seiner Macht. Aus den Seitenbauten treten auch hier zwei Pförtner mit Zeremonienstäben hervor, wechselnd in rote, grüne und violette Wämse, Strumpfhosen und Mützen gekleidet. Ueber der Krone des Königs schwebt eine Taube, die einen goldenen Sperber in den Klauen hält, ein Zeichen dafür, daß die Demütigen und Rechtgläubigen (catolicoss verfolgt werden, aber die ungetreuen Räuberischen in der Gewalt haben. Sechs Stufen führen zum Thron hinauf, auf der ersten steht zur Linken ein goldener Löwe, zur rechten Seite ein goldener Stier, auf der zweiten ein Bär und ein Lamm, auf der dritten ein Panter und ein Kind von Gold, auf der vierten goldener Adler und Katze, auf der fünften Pfau und Henne und auf der sechsten ein Falke und eine Taube aus Gold. Wenn Salomo den Thron bestieg, streckte „durch göttliche Gnade" der Stier die Pfote aus und reichte sie dem Könige hin, und so taten auch die übrigen Tiere und

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