Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Gehäuse, durch schlanke Säulen gegliedert, dessen durch Rundbogen eingefaßten Teile einen roten Hintergrund haben. Der Rabbi sitzt in der Mitte und erhebt beide Hände zu der von ihm aufgeschlagenen Bibel, zu beiden Seiten sitzen auf erhöhten Stühlen Mönche. Er wendet sich Camora zu seiner Rechten zu, der, selbst eine kleine, rotgebundene Bibel in der Rechten tragend, aufblickt, indem zur Linken Alias nach des Rabbi Bibel chinzeigt, alle drei tauschen augenscheinlich lebhafte Reden aus. Die dritte läßt den Rabbi in reich verziertem Bauwerk in langem, faltenreichen Gewände, mit dem Judenfleck auf der rechten Brust barhaupt vor dem Hochmeister am Boden knieen. Dieser sitzt kronengeschmückt auf einem mit Rankenwerk reich gezierten Throne, der Rabbi faßt mit der Rechten nach des Fürsten Fuße, ihn zu küssen. Beide halten in der Linken emporsteigende Spruchbänder mit ihren Namen. Auch auf dem Titelbild finden sich beide wieder. Dieses stellt in den Grundformen der Architektur einen dreiteiligen Prachtbau dar; dem machtvoll breiten Mittelschiff schmiegen sich beiderseits die von hohen, unter arabisch orientalischem Einfluß hufeisenförmig eingeschnürten Säulen umfaßten, durch schmale, schlanke Fenster, Simse und dreieckige Giebel reich gegliederten Seitenschiffe an, die mit leicht gespannten Strebebogen sich wiederum dem höher aufragenden Hauptteil zuneigen, den ruhig und fest ein dreieckiger, flacher Giebel- Lau abschlietzt. Im Mittelpunkt thront hoheitvoll der Großmeister mit weißem Mantel und dem roten Kreuz von Calatrava, das Schwert in der Rechten, in der Linken die auf seinem Schoße ruhende Bibel tragend. Zu beiden Seiten treten Pförtner mit Zeremonienstäben in der Hand hervor, und darunter wiederum die beiden Mönche, rechts vom Beschauer de Camora im dunklen Käppchen und langer, brauner Soutane, von der der weiße Strick, in einer Quaste endend, niederhängt, links, ihm gegenüber, Arias in weißer, bis auf den Boden herabfallenden Dalmatika und darüber den braunen Mantel mit Kapuze. Unter allen diesen die Ordens- 2*