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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 18

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Eine altkastilische Prachtbibel
Date
1926-01-01
Page
Seite 18 (sequence 10)
Language
German
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18 denen er, von ihrer hohen Milde bezwungen, und in Befürchtung seiner unzureichenden Kräfte, seine Bibel zur Berichtigung darbot, den Hauptstrom der Theologie, der vom Paradies ausgeht, mit dem der Garten Kastiliens und die benachbarten Königreiche bewässert werden. Sie spenden die Krone höchsten Glückes wie die Küsse, die von den Lippen Salomos gefordert werden, denn die Lippen des Priesters wahren die Erkenntnis. — Im Dienste Gottes und des Hochmeisters des Ritterordens von Calatrava war die Durchsicht am Freitag, 2. 6.1433 vollendet. Bilderschmuck. Zu einem einzigartigen Denkmal spanischer Kunst wird die Bibel durch ihren reichen Bilderschmuck. Die Anfänge aller Bücher zeigen kostbare Majuskeln, dazu goldene und farbige Verzierungen des linken Randes mit Fabeltieren, geflügelten Drachen und anderen Lebewesen, denen aus Maul und Schwanz reiches Blatt- und Rankenwerk entquillt. Dazu ein Ueberfluß an kolorierten Initialen aus glattem Gold, die aber nicht genau hatten wiedergegeben werden können, so daß ihre Zeichnung neuerlich schwarz kopiert wurde. Außerdem 334 Miniaturen aus koloriertem Gold, wovon sechs eine volle Seite einnehmen, nämlich das Titelbild, Adam und Eva in drei miteinander verschlungenen Bildern, Mose mit den Gesetzestafeln, das Innere des Stiftzelts, Salomo auf seinem Throne und das Innere seines Tempels. Augenscheinlich entstammen die Initialen und Randverzierungen einer anderen Hand als die Bilder; während diese sicherlich von Malern aus Toledo gröber gezeichnet und koloriert wurden, läßt die feinere Ausführung jener französische Miniaturisten vermuten. Die Miniaturen der Einleitung haben nicht weniger als dreimal R. Mose Arragel zum Mittelpunkt. Die eine zeigt den Predigermönch Johann v. Camora vor aufgeschlagenem Buche sitzend, auf das er mit der Rechten hinweist, und vor ihm steht der Rabbi, dem er Aufklärung erteilt. Das zweite zeigt ein dreiteiliges

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