Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 9)
- Language
- German
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17 So findet er, daß der Psalter und das Buch Job in der Vulgata am meisten vom Hebräischen entfernt sind, und daß von den drei Büchern des Psalters im Lateinischen, die ihm M. Arias vorlegt, eines dem Hebräischen mehr entspricht als die anderen. Dieses liegt dem im jüdischen Schrifttum so erfahrenen Gelehrten am nächsten und ist ihm viel vertrauter als alle späteren llebertragungen, daher auch seine eigene Uebersetzung nur am Urtext zu messen ist, dessen buchstäbliche Ueberlieferung er über alles hochhält, und nicht an Bindegliedern, die ihm mehr oder minder fernliegen. Solche können wohl die Eigenart seiner Auffassung in einzlnen Punkten deutlicher dartun, für die Entstehung seiner Uebersetzung aber kommen sie nicht in Frage. Diese ist als eine aufs Hebräische zurückgehende neue anzusehen, nicht aber als die Verbesserung früherer Texte. Am Freitag, den 2. 6. 1430, hatte er zu Maqueda sein Werk beendet. Nach dem Wunsche des Ordensmeisters fand eine erste Prüfung im Kapitelsaale der Universität zu Salamanca durch Johann von Camora vom Orden der Predigermönche statt. Dann überreichte es Mose Arragel am 6.11.1430 mit feierlicher Ansprache zu Toledo Herrn Alias, dem Klosterwart der Franziskaner. Dieser sagte u. a.: „Seid des gewiß, daß, wenn sein Inhalt mit Gottes Hilfe seiner äußeren Ausstattung entspricht, es das schönste und berühmteste Werk ist, das in vielen Königreichen zu finden ist. Ihr seid alsdann des höchsten Lohnes wert, und es gibt kein Maß für den Wert dieses Werkes, doch kann der Herr Ordensmeister es wohl bezahlen."Dann lud er die anwesenden gelehrten Patres und Brüder ein, mit ihm gemeinsam die Durchsicht zu übernehmen, um nach den Ratschlägen und Anordnungen, die man Rabbi Mose gab, noch vieles zu ändern, zu erneuern und zu verbessern. Sie fand im Lesesaal von St. Francisco statt, und es kamen dazu jeden Tag viele Herren der Kirche, viele Ritter und Knappen, Juden und Mauren, um Gottes Wort zu hören. Mose Arragel nennt die Versammlung mit den Gelehrten des Kapitels der Franziskanerbrüder,