Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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16 allen geöffnet, die sie aufsuchen und begehren. Aus ihnen kann man Berichtigung und Aufklärung erlangen, und jeder fand Studium, fromme Versenkung und hilfreiche Unterstützung im Hause des Franziskanerordens. Sie haben eine größere Menge und Pracht als alle anderen Orden der Welt. Hier traf Mose wohl auch mit dem berühmten Lizentiaten Eonzalo Rodriguez d'Ayllön und Johann Ramirez de Guzman zusammen. Das Zusammenkommen mit so vielen gelehrten Patres bleibt nicht ohne Einfluß auf Form und Darstellung seines Buches- Er sagt, daß das wenige von ihm Entschiedene durch die ihm von Alias übergebenen Register geändert wurde, so wie der Wind eine Veränderung bewirkt, und daß bie ihm vorgeschriebene Richtung dadurch nur noch verstärktwurde. Dieser ihn bewegenden Kraft, wie den jüdischen Gelehrten (deren Schriften er anführt) schreibt er nächst Gott als der ersten Ursache das von ihm entschiedene Gute zu, sich selber bescheiden das Irrtümliche und Verworrene. — Da aber mit dem Worte traäuttore, traäitore auf die Mangelhaftigkeit jeder Romanifierung hingewiesen, auch der Bibeltext des Arragel auf frühere altkastilische Vorlagen zurückgeführt wird,*) so hält schon A. Paz y Melia dem entgegen, daß der Maestre ja eine Uebersetzung direkt aus dem Hebräischen gewünscht hatte, da ihm die, welche er schon besaß, nicht genügten. Da ihn Mose Arragel aber aus solche Bücher verwies, die schon einigermaßen vollkommen ins Kastilische übersetzt seien, so müsse man auch billigerweise annehmen, er habe direkt aus dem Hebräischen übersetzt, um etwas Besseres zu bieten als eine jener Uebertragungen aus der Vulgata, die er selber mangelhaft genannt hatte. Auch hätten es seine Zensoren, wenn er listig vorgegangen wäre, bald entdeckt. Ueberdies ist darauf hinzuweisen, daß er selber die llebersetzungen des Hieronymus in dem Maße schätzt, als sie dem hebräischen Urtext entsprechen. *) Samuel Berger erklärt die Uebersetzung des äß. Arragel für ein wahres Schachbrett, dessen Quelle (wenn es eine solche gibtl) die Mitte zwischen zwei ihm vorliegenden Texten einnehmen müsse.