Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Was die . . . von Euch beanstandeten Bilder anlangt, so . . - glaubt die römische Kirche noch mehr als Ihr Juden und aus besseren Gründen, daß das göttliche Wesen unkörperlich und unvergleichlich ist. Wenn wir trotzdem ein Bild von Gott ansertigen, so geschieht das wegen des Menschlichen und der ihm innewohnenden Leidenschaft, und wir stellen es in geschichtlichen Bildern dar, es den Christen um so deutlicher ins Gedächtnis zu rufen. Wenn Ihr aber ein so hartnäckiger Jude seid, daß Ihr die Maler nicht beauftragen wollt, in die Geschichten irgend ein Bild von Gott zu setzen, so laßt wenigstens, wenn Ihr dazu kommt, nach dem Register, das ich Euch geben werde, einen freien Raum, damit ich die Maler nach der Schrift eines jeden Kapitels unterrichten kann. Da sie zumeist aus dieser Stadt sind, so werde ich ihnen die Bibel aus dem Sanktuarium der Hauptkirche zeigen, die sehr gut geschichtlich illustriert ist." (Indessen erklärte der Dekan der Kathedrale dem gelehrten Herausgeber dieser Bibel, A. Paz y Melia, daß sich unter den 22 Bibeln des Kapitels keine mit Bildern finde- Auch wegen der großen Abweichungen in Stil und Ausführung können keine Bilder denen des Alias zum Vorbild gedient haben. — Ueberdies weisen die Forderungen des Hochmeisters noch besonders darauf hin, daß er etwas Neues und Originales wünsche.) Drei Tage darauf begab sich R. Mose nach Toledo und erschien vor Herrn Alias, der ihn 5, nach anderer Angabe 14 Tage in Stil und Art, die er befolgen sollte, unterwies. Er nahm ein Verzeichnis der Ansichten der römischen Kirche zuerst vom 1. Buche, später von der ganzen Bibel mit sich — wahrscheinlich auch ein solches für die Maler- Sobald R. Mose die Register eines Buches zurückbrachte, gab ihm der Mönch die eines anderen bis zum Ende der Bibel, auch Aufllärungen und Ordnungen dafür, wie er die jüdischen Ansichten niederzulegen habe. Wahrscheinlich führte ihn der Franziskanerbruder auch in die Bibliothek seines Klosters ein. Mose sagt davon: Wie Melchisedek den Leuten Abrahams Brot und Wein brachte, so sind ihre Büchereien