Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
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18 lichung als unmöglich und unwahr ausschließe. Wenn die christlichen gelehrten Herren aber sagen, daß sie in Kirchen und Büchern die historischen Verbildlichungen haben, damit das gemeine Volk den Eindruck erlange, einen Gott zu besitzen, ihn deutlicher erfasse und ihn nicht leugne, so lehnen die Juden doch wegen seiner unbegrenzten Unvergleichlichkeit jede Vermenschlichung Gottes ab. Durch die Anerkennung seiner reinen Geistigkeit werde Gott mehr verherrlicht, als wenn ihm ein Bild zur Seite gestellt werde. So ist es ihm, Mose, ohne sich zu verschulden, unmöglich, Bilder in Auftrag zu geben." Zuletzt wies Mose auf seinen niederen Stand hin. Die Juden in Kastilien seien Krone und Diadem der ganzen hebräischen Diaspora- Durch die Freigebigkeit der Herren von Kastilien seien ste in vierfacher Hinsicht die weisesten und geehrtesten unter allen geworden, nämlich an Abstammung, Reichtum, Gütern und Wissen- So haben sie zu vielen Gesetz- und Rechtsbüchern Glossen gefertigt, daß nach dieser Lehre die Gesamtheit der Juden geleitet werde. Heute aber seien sie in dem ärmlichen Zustande von Waisen, in Armut und Elend, so daß ihnen nur ein Rest des Wissens übrig geblieben und viel verloren gegangen wäre- Auch Ezechiel sage ebenso, daß seine Prophetie hinter der der anderen zurückstände, da er in der Gefangenschaft lebe. Der hohe Herr lasse ihn, die himmlische Vorsehung vor allem durch Barmherzigkeit bekundend, auf seinem Boden wohnen und erkläre ihn in seiner Unwürdigkeit für seinen Vertrauten. Doch habe er nach 30 Jahren ernsten Bemühens weniger an hebräischem Wissen als andere. Daher möge er die Erfüllung seines Wunsches besser von den vielen in der hebräischen Theologie bewanderten Gottesgelehrten, Patronen und Herren seiner eigenen christlichen Nation erbitten. „Zu Maqueda 14. 4. 1422Vuestro humill servidor raby Mose que besä pies e manos vuestras — Euer demütiger Diener R. Mose, der Euch Hände und Füße küßt" (eine Höflichkeitsformel, die zum Teil noch heute im Gebrauch ist).