Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
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12 einer solchen Erklärung der Bibel führen müsse, die dem Herrn als Christen und Katholiken nichts nutzen würde, so daß seine Arbeit vergebens sein würde. Dann stellt er die christlichen Glaubensartikel mit ihren Erklärungen und hauptsächlichsten Belegstellen dar und führt „die für seine Zeit recht fortgeschrittenen Gedanken" aus dem „Erillenzirpen" D. Pedros II., Erzbischofs von Sevilla (gest. 1375), an, um den Unterschied zwischen den israelitischen Glaubenslehren und denen des römischen Glaubens klarzustellen. Darum könne er bei dem Heil seiner Seele wie seines Leibes trotz seiner Dienstwilligkeit die von ihm geforderte Uebersetzung und Erklärung nicht liefern. „Die Christen wollen, daß die Bibelübersetzung des Hieronymus nicht nach der hebräischen beurteilt werde, während die Juden nur diese für die wahre halten- Sie haben die Bibel schon vor Esra als ihren gemeinsamen Besitz in den verschiedensten Ländern der Erde bis auf den Buchstaben treu bewahrt, (wie er, alten Traditionen nachgehend, nachzuweisen bemüht ist.) Darum glauben die Juden, daß sich in der hebräischen Bibel nicht eine Kleinigkeit habe ändern, und daß Hieronymus nur darum Unterschiede von ihnen habe auffinden können, weil er einen andern Weg gegangen sei, den er, Mose, nicht untersuchen wolle. Darum müsse er der Uebersetzung des Hieronymus widersprechen, so daß seine Uebersetzung von den Patres für fehlerhaft gehalten werden müsse, und wo sie mit jener übereinstimmte, würden diese sie besser verfertigen- So könne er die an ihn gestellte Forderung nicht annehmen. — Auch fertigen die Juden in ihren Gotteshäusern, Büchern, Wohnungen und Eeschichtsdarstellungen keine Bilder an, am wenigsten von Gott, der unkörperlich ist, noch von den Engeln, sie beten sie auch nicht an. Wem wollt ihr mich vergleichen? fragt Jesaia. Denn das Bild nimmt einen Raum ein, der größer sein muß als der Gegenstand selbst, so müßte Gott also endlich begrenzt erscheinen. Auch die ungeteilt einheitliche Ursache aller irdischen Wesen weise auf die geistige Einheit Gottes zurück, die jede Verbild-