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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 11

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Eine altkastilische Prachtbibel
Date
1926-01-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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11 Den Frühling 1422 verbrachte D. Luis de Euzman zu seiner Erholung am Hofe zu Toledo und im Kloster der Augustiner dieser Stadt, als er erfuhr, daß sich der im Schrifttum der Juden sehr gelehrte Rabbi Moses Arragel aus Guadalafara in der zu seinem Besitztum gehörigen Stadt Maqueda eingebürgert habe- Von den Jagden, dem Lesen unwirklich konventioneller Ritterromanzen wie anderer höfischer Kurzweil gelangweilt, wurde er, der selbst gelegentlich dichtete, von dem Wunsche erfaßt, seine Zeit den Betrachtungen über Gott und dem Lesen einer spanischen Bibel zu widmen. Darum schrieb er an Arragel: „Wir, der Herr von Calatrava, senden viele Grüße an R. Mose Arragel, unfern Untertan in unsrer Stadt Maqueda und wünschen ihm Ehre und Wohlergehen ... Wisset, R. Mose, daß wir nach einer übersetzten Bibel mit Erklärungen und historischen Darstellungen Verlangen tragen. Man sagt uns, Ihr seiet geeignet, dies anzufertigen. Zwei Gründe bewegen uns, dies zu verlangen, der eine, daß die bisherigen Bibelübersetzungen als sehr fehlerhaft bekannt sind, der zweite, daß uns Erklärungen für die dunkeln Stellen sehr nottun . . . Und seid des gewiß, R. Mose, daß, wenn Ihr uns diesen Wunsch erfüllet, wir Euch in unfern persönlichen Dienst nehmen und Euch wohl zufriedenstellen werden, indem wir zwei Meister der heiligen Theologie, zwei teure Vettern bestellen, den ehrwürdigen Herrn Vasco de Euzman, Archidiakon der wohledeln Stadt Toledo, und den berühmten, sehr ehrwürdigen Bruder Alias de Encinas, und Euch überdies jedes Jahr viele Güter und Gnaden zuwenden werden. Was Euch zu tun belieben wird, schreibet bald durch den Ueberbringer des Gegenwärtigen! Gottes Gnade sei mit Euch! Im St. Augustiner-Kloster zu Toledo geschrieben, wo heute der Hof unseres Königlichen Herrn ist. Sonntag, 5. 4.1422. Wir der Großmeister." — Die Antwort erfolgte in 16 Kapiteln. Darin setzte R. Mose Arragel auseinander, daß der israelitische Glaube, in dem er wie seine Väter sterben wolle, ihn zu

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