Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 25 (1923-1924)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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verderbenbringende Naturerscheinungen wurden in älterer Zeit immer als Bekundung des göttlichen Zorns angesehen, und da das in Frage stehende Ereignis kurze Zeit nach der Zerstörung des Heiligtums in Jerusalem eingetreten ist, so lag es in jüdischen Kreisen nahe, darin die Strafe Gottes für die Vernichtung der ihm geweihten Stätte zu erblicken. Die Redaktion der Mischna ist. Was die systematische Ordnung der Materie betrifft, gewiß nicht als gelungen zu bezeichnen. Man braucht nur zu sehen, wie Maimonides im 12. Jahrhund, den inzwischen ungeheuerlich angewachsenen Stoff bearbeitet hat, um andere Ansprüche an Systematik zu stellen, als wir sie in der Mischna finden. Seit alter Zeit haben sich Berufene und Unberufene damit beschäftigt, über die Redaktion der Mischna mehr Licht zu verbreiten, vor allem die Quellen, aus der sie entstanden ist, aufzuspüren. Ein neuer Versuch nach dieser Richtung hin liegt in einer Forschung „Untersuchungen über die Redaktion der Mischna" von Eh. Al b e ck vor (C. A. Schwetschke & Sohn. Berlin). Ein neuer Weg zur Lösung dieses Problems wird uns da nicht eröffnet, und die Polemik, der ein großer Teil der Schrift gewidmet ist, macht keinen erfreulichen Eindruck. — Ueber das Verhältnis der Tosest« zur Mischna handelt A. Spanier in einer wissenschaftlichen Untersuchung: „Die Toseftaperiode in der tannaitischen Literatur" (das.). -Seine These erscheint annehmbar und kann vielleicht zu einer befriedigenden Lösung dieses Problems führen. (Die beiden letztgenannten Arbeiten sind „Veröffentlichungen der Akademie für die Wissenschaft des Judentums".) Eine verdienstvolle Arbeit liefert Ernst Müller durch die Herausgabe nlathematischer Schriften Abraham ibn Esras: „Das Buch der Einheit" (Welt-Verlag, Berlin). Das Buch enthält die Uebersetzung des „Sefer ha Echad" nebst Stellen aus „Jessod 164