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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1923-01-01 · 25 (1923-1924) · p. Seite 59

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
25 (1923-1924)
Article
Die Wirtschaftsethik der israelitischen Propheten
Date
1923-01-01
Page
Seite 59 (sequence 28)
Language
German
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der Propheten überhaupt angesehen werden. An diesen Stellen redet eine unter dem Drucke der Heiden seufzende, nach. Rache verlangende Generation, deren Gedanken nicht Gemeingut der jüdischen Gemeinde und ihrer religiös-sittlichen Ueberzeugung geworden sind. Was die Stellung der Propheten zum Handelsverkehr mit einem Ausländer betrifft, so muß dieser Punkt mit Rücksicht auf einige späte Stellen besonders erörtert werden. Im allgemeinen ziehen die Propheten die Heiden als Persönlichkeiten nicht in Betracht (ausgenommen z. B. Jer. 49, 11; Jes. 56, 3 ff), während sie das Heidentum als einen fremden Kultus- und Gesittungstypus ablehnen und bekämpfen. Vor allem erwähnen sie nicht den Unterschied zwischen Fremdling und Beisasse und י1י^ durchreisender ausländischer Kaufmann, wie ihn das Gesetz stets vor Augen hat (ausgenommen etwa Ez. 44, 9 neben 47, 22 f) Andrerfeits wächst ihr Jahwe sich zum Einig-Einzigen aus, der auch den Heiden Gesetze des sittlichen Handelns gegeben hat (7 ׳5 למשפטים f und 11, 12 und dem sie dienen werden; die nationale Schranke war also durchbrochen (Jes. 2, 2 ff u. ö). So darf man Wohl mit Fug vermuten, daß die Stellung der Propheten dem einzelnen Heiden gegenüber keine andere gewesen sein wird, als wie sie das Gesetz dem Fremdling ר•? gegenüber einnahm. Dem letzteren werden die gleichen Vergütungen wie den Israeliten zu teil, man beachte 3. Mos. 19, 34; der ausländische Kaufmann wird jedesfalls von den einfachsten Pflichten der Nächstenliebe als Objekt nicht ausgeschlossen gewesen sein. Ein Beleg hierfür ist allerdings weder aus der prophetischen Literatur, noch aus dem Gesetz zu erbringen. 59

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