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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1923-01-01 · 25 (1923-1924) · p. Seite 48

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
25 (1923-1924)
Article
Die Wirtschaftsethik der israelitischen Propheten
Date
1923-01-01
Page
Seite 48 (sequence 17)
Language
German
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Auch Jesaias kennt . Leute dieses Schlages, die untätig dahin leben und einem raffinierten Lebensgenuß frönen; 5, 11 f. ruft er ein Wehe über die, welche früh am Morgen dem Rauschtrank nachgehen, die in der Dämmerung verstehn, vom Wein erhitzt, Zither und Harfe, Pauke und Flöte erfreuen sie bei ihren Gelagen. In der Schilderung des letzten Gerichts (24, 7 ff.) malt Jesaias das Stillewerden jeder Freude aus: „Es trauert der Most, der Weinstock verschmachtet, es seufzen alle, die freudigen Herzens waren. Still ward der lustige Paukenschlag, zu Ende ist der Lärm der. Fröhlichen, still ward die lustige Weise der Zither. Man trinkt nicht mehr Wein bei Gesang, der Rauschtrank schmeckt bitter den Zechern-". Die Speisen, die bei solchen Gelagen genossen wurden, werden den schweren Weinen und dem Rauschtrank nicht nachgegeben haben. Jesaias 26, 6 werden Fettfpeisen und Hefenweine genannt, Fettspeisen, mit Mark bereitet und Hefenweine, die durchgeseit sind. Gerade bei Jesaia wird immer wieder die Zügellosigkeit des Genusses gebrandmarkt. Kapitel 28, 1—3 ist eine Vernichtungsdrohung, gegen die „Trunkenbolde Ephraims". Vers 7 s führt uns sogar Priester und Propheten vor, die vom Rauschtrank taumeln und in diesem Zustand ihre Visionen verkünden und Urteil sprechen. Immer wieder ist es dasselbe Bild, das uns die Propheten vor die Augen stellen: in kostbar ausgestatteten Häusern schmausende und zechende Leute, denen ihr Reichtum und der durch ihn erworbene raffinierte Lebensgenuß ihr Gott ist. Jer. 16,8 verbietet denn auch Jahwe dem Propheten, in ein Haus zu gehen, wo ein Gelage gehalten wird. Denn selbstverständlich wird es oft vorgekommen sein, daß sich die Teilnehmer eines solchen Mahles über jede Zucht und Sitte hinweggesetzt haben. 48

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