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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1923-01-01 · 25 (1923-1924) · p. Seite 24

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
25 (1923-1924)
Article
Buddha und Moses
Date
1923-01-01
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Der Buddhismus kennt nur die Selbstversenkung der Mönche. Der Mönch zieht an einen einsamen Ort, setzt sich mit übereinandergeschlagenen Beinen hin und konzentriert seinen Geist auf einen Punkt oder auf einen blitzenden Gegenstand, bis er die Welt um sich vergißt und in einen hypnotischen Zustand gerät. Sein Geist wird von Klarheit und Begeisterung erfüllt, und der Mönch wird fähig, Wunder zu wirken. . Nach dem Tode Buddhas versammelten sich die Mönche auf Konzilen, setzten die Lehre mit ihrem Bekenntnis fest und beschlossen, die Religion Buddhas in alle Lande hinauszutragen. So wurde der Buddhismus Weltreligion, allein auf seiner Wanderung durch die Lande verlor er viel von seiner Reinheit und entartete. Nach Buddha sollten die Mönche wandern und seine Lehre verbreiten und im Walde und in Gebirgshöhlen rasten. Bald aber entstanden als Wohnstätten der Mönche prächtige Klöster. Es bildete sich eine Hierarchie aus, und in Tibet wurde sogar ein buddhistischer Papst eingesetzt. Die Mönche sollten nach der Lehre Buddhas nichts mehr als die acht vorgeschriebenen Gegenstände besitzen, keine berauschenden Getränke trinken und nur die eine erbettelte Mittagsmahlzeit essen. Allein die Mönche wichen von dieser strengen Regel ab, lebten herrlich und in Freuden, aßen täglich mehr als die eine Mahlzeit, genossen auch geistige Getränke und nahmen von den Spendern nicht nur Nahrung an, sondern auch Gold und Silber. Buddha forderte sittliches Leben und lehnte jede Mystik ab; die buddhistischen Mönche jedoch wurden Wahrsager, verfertigten Amulette und Rosenkränze zu Zauberzwecken und förderten den Aberglauben des Volkes. Die Lehre Buddhas entartete in Formelkram, Schaugepränge und Prozessionen und in Verehrung von Heiligenbildern und Reliquien. Trotzdem bleibt Buddha ein Kulturträger für den Orient und gehört zu den Größten in der Weltgeschichte. 24

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