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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1923-01-01 · 25 (1923-1924) · p. Seite 20

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
25 (1923-1924)
Article
Buddha und Moses
Date
1923-01-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Buddha Weltverneinung und Freisein von jeder Lebenslust. Viele Jünglinge vom Adel schlossen sich Buddha an, sie wurden Mönche und lebten vom Betteln. Das Volk sprach unwillig: Wenn alle Mönche werden, dann ist Kinderlosigkeit, Witwentum, Untergang der edlen Geschlechter die Folge. Buddha beruhigte seine Jünger, der Zorn des Volkes werde sich legen. Der eigene Vater machte ihm Vorwürfe, daß er als Bettelmönch einhergehe und seiner Familie Schande bereite. Buddha beruhigte seinen Vater. Seinen siebenjährigen Sohn nahm er in den Orden auf. Seinen abtrünnigen Schüler, der ihm nach dem Leben trachtete, führtet Buddha nur als Beispiel an, wie der Ehrgeiz den Charakter . des Menschen verderben könne. Aber Buddha haßte auch seinen Gegner nicht und zürnte ihm nicht. Leidenschaftslosigkeit, Milde und Mitleid mit dem Leidenden waren die Merkmale seines Charakters. Ruhig, fast eintönig verlief das Leben Buddhas. Den Morgen verbrachte er mit geistlichen Uebungen in Gemeinschaft mit seinen Mönchen. Um die Mittagszeit ging er gleich seinen Mönchen bettelnd von Haus zu Haus. Am Nachmittag versammelte er um sich die Laien und spendete ihnen Trost und Belehrung. Denn seine Gemeinde bestand nicht nur aus Mönchen, sondern auch aus Laien. Buddha war ein Verächter der Frauen. Alle Flüsse, so lehrte er, fließen in Krümmungen, und alle Frauen würden sündigen, wenn sie es ungestraft tun könnten. Allein den Bitten seiner Stiefmutter nach gebend, nahm Buddha auch Frauen in seinen Orden auf. Er prophezeite damals,- daß seinOrden, durch dieAufnahme der Frauen verschlechtert, statt tausend nur fünfhundert Jahre dauern werde. Vierund vierzig Jahre lehrte Buddha. Im 60. Lebensjahre erkrankte er. Dem Sterben nahe, bestimmte er keinen Nachfolger. Zu seinem Lieblingsschüler 20

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