Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Alexander in Jerusalem
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3111067-3111114-3117857--6392-3118026- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
angerichtet! Und wenn Alexander stehen bleibt, und wenn er Frieden schließt, was wirst du anders tun, als phrasenreiche Reden halten und — dich fügen? Philotas: Nein, du Hochweiser Feldherr, da irrst du. Der Knabe weiß zu handeln. Den Ausruhr, den ich schüre, weiß ich zu nützen. Die Kunst, Völker zu führen, kennt nicht nur Alexander allein. Bleibt er stehen und verbraucht er seine Kraft an der Seite seiner Perserin, so laß ich ihn und führe seine Heere weiter, ohne ihn. Die Redensarten von Achilles und von dem ewig-unerreichten Schönen kann auch ich aussprechen; und seine Kriegskunst, die ihn Philipp lehrte, habe ich ihm längst schon abgelauscht. Dann mag er von seinem Königspalast aus zusehen, wie wir im Siegeslauf die Welt durcheilen, dann mag er gelb werden vor Neid oder — mit einem Kuß auf den Mund seiner Sisygambis sich trösten. Adrast: Ja, geh vorwärts, großer Philotas, ich bewundere dich. Nimm meine Hand und meinen feierlichen Eid: bleibt Alexander stehen, ich ziehe mit dir weiter. Philotas: Ich höre den Eid. Ephialtes: Auch, ich gelobe, dir zu folgen, wenn unser König pflichtvergessen uns im Stiche läßt. Du, Phllotas, sollst ihn uns ersetzen. Philotas: Ich nehme das Gelöbnis an; dafür gebe ich euch die ganze Welt und besser als Alexander. Daraus meinen Eid. Adrast: Es soll nicht bei uns beiden bleiben: in wenig Stunden hast du von hundert anderen denselben Eid. Perdikkas: Ist die Verschwörung fertig? Darf ich gehn, sie 10 Jahrbuch 1931.