Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Alexander in Jerusalem
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Alexander die gefangenen Frauen des Darms? Etwa wie Kriegsgefangene? Etwa wie die Beute, die der fliehende Großkönig den Händen der Sieger überlassen hat? Evhialtes: Nein, er behandelt sie wie Könige, Philotas: Wie Könige, du triffst das Rechte; mit Achtung und mit Ehrfurcht naht er ihnen, wie Königen. Nur einer naht er anders. Sagt doch an, ihr Brüder, gibt es nicht seit Jssos ein Weib im Lager, ein Weid von Männerstärke und Heldenkühnheit, ein Weib, das dem besten Kämpfer Mazedoniens nicht nachsteht? Kennt ihr nicht ein solches Weib, das Alexander ehrt vor seinen Kriegern, mit dem er eben jetzt wettkämpfend seine Stärke mißt, das seine Mahlzeit und sein Lager mit ihm teilt, das mit ihm sprechen darf, nicht wie die Kriegsgefangenen, nein wie Adrast: i m ,r «Wialte»: I i,c Philotas: — oder die es werden kann. Fällt euch die Binde von den Augen? Ein Rächer Griechenlands zog er mit Tausenden nach Asien hinüber, ein Welteroberer schlug er Völkerschlachten, um als ein Eidam des besiegten Perserkönigs in Fried und Freud ein Ländchen zu beherrschen, so groß wie Mazedonien. Das ist der Ruhmestraum, den wir geträumt! Ephialtes: Philotas, nein, es darf nicht also enden. Eh treib ich mit dem Schwerte Alexander und seine Buhle auseinander, als daß ich das geschehen lasse. Der Aufruhr kocht in meinen Adern, ich will ihn tragen durch das Lager, daß die Maffen im Zornestaumel vorwärts stürzen und Alexander mit sich reißen. Perdikkas: Philotas, Philotas, törichter Knabe, was hast du