Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Adolf Zellinek
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 137 — sammelt und veröffentlicht, hat verschüttete Quellen wieder aufgegraben und flüssig gemacht, aus denen neue Impulse der wissenschaftlichen Forschung des Judentums zugeströmt sind; für Studien zur jüdischen Mystik und zur Volkskunde hat er Bleibendes geleistet. An seinen Schriften wird auch in Zukunft kein Gelehrter achltos vorübergehen dürfen. Eine schwärmerische Begeisterung für die jüdische Wissenschaft hat seine Seele bis zum letzten Tag erfüllt. Was in seinen Kräften lag und seinem Genius entsprach, hat er immerdar mit regstem Eifer aufgeboten, um für die Pflege und Förderung solcher Forschung zu wirken und zu schaffen. Wie er in Wien ein wissenschaftliches Beth Hamidrasch ins Leben ries, teils um die Ergebnisse der jüdischen Forschung zu popularisieren, teils um die österreichischen Talmudisten für wissenschaftliche Bestrebungen empfänglich zu machen; wie er Schüler um sich sammelte und sie, ehe in Wien die Israelitisch-theologische > Lehranstalt errichtet war, theologisch und wissenschaftlich heranbildete und förderte, haben seine Schüler und namhafte Gelehrte stets dankbar anerkannt. Der gelehrte Joel Müller, der diesem Kreis angehörte und später an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums als Dozent für Talmud wirkte, hat sich darüber in folgender Weise ausgesprochen: „Seine Liebe zur jüdischen Wissenschaft zündete wie der glühende Strahl auch in dem Geiste der Männer, die ihm nahe kamen, das Verlangen und das Streben, die jüdische Forschung zu pflegen und selbständige Arbeiten vorzunehmen. I. H. Weiß und M. Friedmann, die gelehrten Herausgeber der Mechilta, des Sifra.gestehen es in den Vorworten ihrer Schriften, mit welchem Eifer Jellinek sie zu ihrem wissenschaftlichen Wirken ermutigte, mit welcher Treue er ihnen zur Seite stand. Zu den Männern, denen er riet, die er belehrte, die er durch seine Kenntnis und seinen Geist stützte, zählen Gelehrte verschiedenster Lebensstellung, verschiedenen Glaubensbekenntnisses in nahen und fernen Ländern. Nur wer selbst von ihm zu literarischem Schaffen geweckt wurde ...... der vermag das unermüdliche