Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Adolf Zellinek
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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die seitdem wiederholt bearbeitet worden; in einem anderen (1880) veröffentlicht er die Märtyrerverzeichnisse aus Worms und Wien, in einem dritten (1881) die Memorbücher (d. h. Verzeichnisse verdienter Toter und merkwürdige Todesfälle) der Gemeinde Deutz u. a. m.; diese Schriften sind die Anfänge einer Bewegung, welche die damals herrschende Gleichgültigkeit gegen die hebräischen Gemeindebücher und Urkunden aufrüttelte und ihre Bedeutung als wichtige Dokumente und geschichtliche Quellen in Erinnerung brachte. Schon aus seinen verschiedenartigen Veröffentlichungen geht hervor, welche Leidenschaft er für handschriftliche Werke und seltene Druckschriften hatte, und daß er infolge solcher Liebhaberei ein reiches bibliographisches Wissen sich angeeignet haben muß. In der Tat besaß er umfassende bibliographische Kenntnisse und hat hiervon treffliche, belehrende Proben in einer Reihe von Schriften mit dem unverbindlichen Titel „Kuntres") niedergelegt; es sind dies sehr dankenswerte Verzeichnisse von Erklärungsschriften und Methodologien zur Halacha und Aggada. Am Ende 8er bibliographischen Verzeichnisse pflegt er Berichtigungen und Ergänzungen zu früheren Angaben und Bemerkungen verschiedenster Art anzubringen und allerlei Anekdota aus seinem Manuskriptenschatz mitzuteilen. Als besonders interessant dürfen hervorgehoben werden: „Kuntres hamaggid" bibliographisches Verzeichnis der Erklärungsschriften zur Aggada und zum Midrasch (1880), „Kuntres hamafteach" bibliographisches Verzeichnis von allerlei Indizes zu Talmud und Midrasch (1881), und endlich seine letzte Schrift „Kuntres harambam" bibliographisches Verzeichnis der Erklärungsschriften zur „Mischne torah" des Maimonides mit mancherlei Zusätzen (2. Auflage 1893). In Erwägung der hier vorliegenden Ausführungen kommen wir zu dem Schluß, daß Jellinek kein neues Problem angeschnitten und ' kein altes Problem gelöst hat. Wohl aber hat er wichtiges Material gel) Zu „Kuntres" wird alsdann noch ein die Spezialität der Skizze bezeichnendes Beiwori hinzugefügt.