Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Adolf Zellinek
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 138 — Streben und die Hingebung Jellineks für die Wissenschaft und den Wert seiner treffenden Geistesblitze zu würdigen." Wer auch nur ein einziges Mal mit Jellinek in wissenschaftlichen Fragen korrespondiert hat, wird diesem Urteil beistimmen. Die enthusiastische Liebe für die Wissenschaft des Judentums und der heiße Eifer, ihr zu dienen, hat ihn erst mit seinem letzten Hauch verlassen. Die Eigenheiten und Sonderlichkeiten, welche genialen Naturen auf Erden anhasten, weil sie eben die Kehrseite ihrer angeborenen Vorzüge bilden, haben ihren trübenden Schatten auch auf seine literarischen Erzeugnisse geworfen. haben den Meister der Kanzelrede in den Äugen der Gelehrten vielfach diskreditiert und haben zu seiner Unterschätzung geführt. Mit dem Tode sind die Schatten von seiner Persönlichkeit gefallen, nur das Gute und Verdienstvolle bleibt zurück. Davon ist aber auch auf literarifchem Gebiet so reichlich vorhanden, daß man .wohl ein Recht hat, das Goethesche Wort auf ihn anzuwenden: „Was dem Mann das Leben nur halb erteilt, soll ganz die Nachwelt geben!" 1; Dr. Adolf Jellinek. Gedenkblatt, von Dr. Joel Müller, S. 8'