Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Adolf Zellinek
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 135 — (Predigt), in der Synagoge zu Barcelona gehalten", (Wien 1872), „R. Salomo Alamis Sittenlehren üsw." (Wien 1872), Bücher, die durch ihren Inhalt wie durch ihre Verfasser Bedeutung haben und den Kulturstand ihres zeitgenössischen Judentums beleuchten. Es kann hier nicht unsere Aufgabe sein, alle seine Abhandlungen aufzuzählen, zumal dies bereits vielfach von anderen geschehen ist. Nicht übergangen oder gar unterschätzt dürfen jedoch die sechs Sammelbände werden, welche er unter dem Titel „Bet ha Midrasch" (1853— 1877) zusammengesaßt hat. In den sechs Teilen des „Bet ha Midrasch" ist ein buntes Allerlei der nachtalmudischen Literatur, meist fragmentarische Stücke aus Handschriften oder aus seltenen, kaum erreichbaren Büchern zusammengestellt; volkstümliche Erzählungen, Sagen, Legenden, Kuriosa, spätere Midraschim u. dergl., alles in regellosem Durcheinander, aber als Material zu einer Kulturgeschichte des Judentums noch heute wichtig und unentbehrlich. Einleitungen am Anfänge jedes Teils verbreiten sich über die Herkunft und möglichst über den Autor jedes einzelnen Stückes, aber sie dringen nicht in die Tiefe und süßen oft auf schwammigen Hypothesen, wenn sie es auch an anregenden, zur Vertiefung und Verarbeitung reizenden Bemerkungen und Angaben nicht fehlen lassen; zum Schluß pflegen sich noch Berichtigungen und Zusätze zu Stücken früherer Teile einzustellen. Von besonderer Wichtigkeit ist Teil III des „Bet ha Midrasch", weil dort das mystische Buch „Die großen Hechaloth" zum ersten Mal abgedruckt ist, auch die seltene Apokalypse des R. Simeon ben Jochaj sich daselbst findet; ebenso Teil IV, der eine andere bedeutsame Version derselben Apokalypse aus einer Handschrift wiedergibt. (Vgl. Grätz, Gesch. der Juden, Fünfter Band, Note 16.) Die gleiche Arbeitsmethode kehrt in den mannigfachen Broschüren wieder, von denen jede einzelne als DltMtj? „Skizze" oder „Abhandlung" bezeichnet ist. In einem solchen „Kuntres" (1853) wird zum ersten Mal von ihm aus die bekannten Kreuzzugsberichte hingewiesen,