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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 118

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 118 (sequence 29)
Language
German
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— 118 uns Immanuel in einem Sonett (I S. 11), daß er nur kraft der Tugend seiner Geliebten— übrigens diesmal seine Gattin — sich zu jenem hohen Grade der Weisheit und dichterischen Fertigkeit hat erheben können. Anstelleder Ritterlichkeit und des Edelmuts, die die italienischen Dichter verherrlichen, finden wir hier Wissen und Kunst gepriesen, aber der Gedanke ist im Grunde genommen derselbe. Ein anderer recht interessanter Vergleich läßt sich zwischen der Stelle, wo Jmnianuel die erste Begegnung mit seiner Geliebten erwähnt (III S. 19) und einigen Stellen in Dantes „Vita Nova" Herstellen. Beide schildern ähnliche Situationen. Immanuel sieht seine Geliebte am Eingang der Synagoge, wie Dante Beatrice innerhalb der Kirche findet — selbstredend kann der jüdische Dichter infolge der Trennung der Geschlechter sein Weib nicht innerhalb der Synagoge finden; sie findet sich wie Beatrice mitten unter einer Schar junger Frauen. Vom ersten Anblick an fühlt der Dichter eine unsagbare Erregung und ruft aus: „Gepriesen sei der Herr, der dich über Saphire gegründet hat", ganz so wie Dante erzählt, daß, wer Beatrice sah, in den Ruf ausbrach: „Gepriesen sei der Herr, der solche Wunder wirken kann!" Da sie Immanuel in solcher Erregung sieht, verspottet ihn das junge Weib, wie es Beatrice in der „Vita Nova" tut; Immanuel redet ihr wie Dante zu Herzen und verfaßt, wie Dante, um seinen Empfindungen Ausdruck zu geben, bewegte Verse?") Aber weiter, es gibt ein Sonett bei Immanuel, in dem wir nicht mehr nur gewisse Anlehnungen allgemeiner Art an irgend eine Dichterschule, sondern eine glatte Entlehnung aus einem bestimmten Gedicht Dantes wiederfinden können, fast möchte ich sagen, es ist die Übersetzung von drei Versen aus Dante in eine hebräische Terzine. Die junge Geliebte des Dichters ist gestorben und er drückt seinen Schmerz in einem Sonett aus (S. 27); abgesehen von Ähnlichkeiten mit Dantes Klagelied auf den Tod 30) Vgl. Modona, Vita e opere di Immanuele Romano, Florenz 1904, S. 167.

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