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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 117

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 117 (sequence 28)
Language
German
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staunen, und wenn ich eure Schönheit betrachte, sage, ich: Lies ist keine irdische Kreatur, Gott sandte sie vom Himmel, so neuartig ist sie" (Son. GUi occbi vostri gentili), oder an die Verse desselben Dichters: „Dazu gab euch jGotts Schönheit, damit ihr seine Allmacht offenbart" (Lied. Simi costringe amore). Aehnliches findet sich auch bei andern gleichzeitigen italienischen Lyrikern. Genau so drückt sich nun Immanuel in seinen Sonetten bisweilen aus. In einem der zweiten Makame (S. 17) entwickelt er den Gedanken, daß seine Geliebte nicht eine Frau ist wie alle anderen, sondern ein höheres Wesen, ein Engel; „die andern Frauen wurden aus der Erde geschaffen", ihre Schöpfung hingegen fand zusammen mit den himmlischen Scharen und den erhabenen Engeln fiatt28), „sie ist eine Gottesschrift" (vgl. 2 Mos. 32,16); „ihr Körper ist nicht aus dem Stoff gemacht, aus dem die irdischen Frauen gebildet sind, ihre Hoheit übersteigt den menschlichen Geist". Aehnliche Gedanken entwickelt ein anderes Sonett in der dritten Makame (S. 2t f.), in der er sich an den Engel wendet, dessen Gebiet die Bildung der menschlichen Leiber ist, und ihn rühmt, daß er solche Schönheit geschaffen hat, „ein Heiligtum Gottes". „Wie sind die himmlischen Scharen weise gewesen, als sie Dich beauftragten unter uns ein Abbild ihrer Majestät erstehen zu lassen* 2"); nur dann können wir uns eine Vorstellung von ihrer Herrlichkeit machen, uns dazu erheben, den himmlischen Glanz zu schauen, wenn unser Blick auf diese Schönheit fällt." Auf diese Weise erhebt er die Geliebte zum Ideal. Selbstredend verherrlicht er sie als ein Werkzeug der Erlösung, betrachtet er ihren Anblick als geeignet, aus ihn und auf die andern eine heilsame Wirkung auszuüben; sie erreicht, um mit den Worten Dantes zu sprechen, daß „wer sie lange ansehen kann, entweder edelmütig wird oder stirbt," und daß alles, „was sie ersehnt, sich vornehm gestaltet." Fast in derselben Weise erzählt 28) Die Handschriften haben vs. 5 jaza’u statt jeze or. 2Q) Zu lesen la aimd statt la amöd.

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