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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 113

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 113 (sequence 24)
Language
German
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118 — ein Schatten, die Augen auf mich richtend, starr mich an; dann rief er laut: „Was wird mir da für Gnade?" . . . Und ich erkannte das Gesicht Foreses" (40—42, 48). Und die höllischen Richter, „die niemals Gnade und Mitleid Hervorrufen können" (233a), entsprechen dem Minos bei Dante (Inf. V). Diejenige Verurteilten, die die göttliche Strafe nicht fürchten" (228a) gleichen nur zu sehr Dantes Kapaneus (XIV 5 t ff.) und Vanni Fucci (das. XXV, 1 ff.). Und endlich wenn Immanuel, gleich als ob er sich nicht inehr fähig fühlte, das entsetzliche Schauspiel mit anzusehen, seinen Führer bittet, stillzustehen und ihm zu berichten, welches die andern Gruppen von Verurteilten sind, die ihre Strafe in der Hölle empfangen, und Daniel ihm sie tatsächlich kurz aufzählt (227 b—228 b). so finden wir ganz dasselbe im 11. Gesang von Dantes Inferno, wo Virgil ihm ebenfalls erklärt, in welchen Teilen der Hölle die verschiedenen Klassen von Sündern büßen müssen. Weniger zahlreich sind die Parallelen beider Dichtungen im Paradies, weil diese zweite Abteilung bei Immanuel weit kürzer als die erste und zum größten Teil durch die Reden der Verfasser biblischer Bücher ausgefüllt ist. die naturgemäß bei Dante keine Parallele haben. Nichtsdestoweniger fehlt es nicht an Ähnlichkeiten und sie sind nicht weniger interessant. Die hohe Leiter, welche zum Himmel führt (229 b), erinnert an Par. XXI.—XXII, obwohl vielleicht die gemeinsame Quelle beider Dichter in 1. Mos. 28,12, zu suchen ist. Die Aufstellung und stufenweise Anordnung der Sitze der Seligen entspricht der himmlischen Rose in Dantes Empyreum (Par. XXX, 159 ff.). Die Grundauffassung Immanuels vom Paradies mit seinem hellen Licht, das dem Tageslicht siebenfach voraus ist, mit seiner ewigen unaussprechlichen Freude stimmt ganz überein mit Dantes Schilderung vom „Himmel reinsten Lichtes, ganz geistigen Lichtes, nur erfüllt von Liebe, von Wonne, die jeden Schmerz heilt" (Par. XXX, 39 ff.). Die Teilung der Seligen in zwei Gruppen. Juden und Nichtjuden — die letzteren nach einem Grundsatz des Talmuds ebenfalls zur ewigen Seligkeit zugelassen Jahrbuch 1931. 8

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