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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 112

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 112 (sequence 23)
Language
German
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— 112 — fachen ihrer Strafen an sie richtet, die Antworten über die einzelnen Personen und ihre Erlebnisse zeigen genaue Ähnlichkeit mit den Gesprächen in der „Göttlichen Komödie. Ebenso erinnern an die gleichen Stellen bei Dante die Worte mit denen mehr als einmal die Abgeschiedenen ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, einen Lebenden in ihrer Welt zu sehen.27) Dantes Grundanschauung in der Verteilung der Strafen ist die der Wieder Vergeltung (Inf. XXVin, 142); sie befolgt Immanuel ebenfalls, wobei er freilich auch sich von einem Grundsatz der jüdischen Tradition leiten ließ, „Midda knegedmidda" (Maß um Maß). Auf einzelne Episoden müssen wir ebenfalls die Aufmerksamkeit lenken, z. B. die der Philosophen des Altertums, die Immanuel (221 b) ebenso wie Dante (Inf. IV, 130 ff.) im ersten Kreis des Inferno trifft, oder die der Ehebrecherinnen, die unmittelbar darauf folgen, wie die Wollüstigen bei Dante, und ihre Strafe in einem Feuerbad von glühendem flüssigen Metall erleiden, aber genau wie jene dorthin getrieben werden durch einen heftigen Sturm, der sie umwirft, während sie ähnlich wie „die Tauben der Täler" Schreie ausstoßen. Der Vergleich erinnert an zwei bekannte Stellen im 5. Gesang des Inferno, wo die Wollüstigen überhaupt, vom Höllensturm getrieben, verglichen werden den Kranichen, die „ihr Klagelied singen" und wo die sehnsüchtige Bewegung Francescas und Paolos verglichen wird mit dem Flug der „Tauben, die vom Verlangen angetrieben" (82 ff.). Dann gibt es eine Begegnung, die viel Ähnlichkeit hat mit der Foreses, des Freundes Dantes: „Seine Haut hing an seinen Gebeinen.. er erkannte mich und ich erkannte ihn; bereits in früheren Tagen hatte er mich geliebt und ich hatte seineLiebe erwidert. Als er sah, daß ich vorbeiging und ihn beobachtete, seufzte er tief und rief mir zu: „Was. tust du hier?" . . u. s. w. (221b—222a). Damit vergleiche man den 23. Gesang des Purgatoriums: „Die Haut legte sich fest an die Knochen. . . . Und aus des Kopfes Tiefe blickt 27) S. 221 a, Z. 9-10, 222a, Z. 2-3, 4-5.

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