Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Dante und Manoello
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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- 111 — Dante, nachdem er Hand in Hand mit Virgil kaum in „die geheimen Dinge" eingedrungen, derart betroffen ist, daß „Seufzer, Klagen, schreckliche Wehen ertönen durch die Lust, die ohne. Sterne" (Inf. III, 22 f). Und unmittelbar darauf gelangt Immanuel an das Ufer eines reißenden Stromes, der wie der Acheron Dantes, die Grenzen der Hölle berührt; jenseits der Brücke öffnet sich das Tor des Inferno. In diesem Punkte weicht die Ortsschilderung von der Dantes ein wenig ab, bei dem der Acheron erst jenseits des Tores liegt, aber wieder stimmt mit Dante überein die Schilderung der Seelen, die sich am Eingang der Hölle drängen, während ununterbrochen neue Scharen eintreffen, so daß nach kurzer Zeit eine ungezählte Menge sich staut. Besonders Daniels Erläuterung: (das.) „Alle diejenigen, welche die Welt verlaßen und in derHölle ihren Platz finden sollen, wenden sich hierher" ist ganz ähnlich der Virgils an Dante (Inf. III 122 f.): „Die, so da sterben unter Gottes Zorne, aus allen Ländern kommen' hier zusammen". Der angsterfüllte Ruf der Seelen beim Eintritt durch das finstre Tor „abgeschnitten ist unsere Hoffnung, wir sind verloren" (daselbst Ende) erinnert an die Inschrift über der Pforte zum Inferno bei Dante: „Laßt alle Hoffnung draußen, die Ihr hier eintretet" (Inf. III, 9). Ihr Echo kann man auch in den Worten wiederfinden, die freilich an einen Ausspruch im Talmud erinnern, wenn die Würgeengel sich an die leidenden Seelen wenden und sprechen: „Wer auch immer eintritl, keiner kann hinaus"^). In Immanuels Hölle, die sich wie die Dantes „im Innern der Erde" befindet, fehlt freilich, eine klare örtliche Anordnung der einzelnen Bezirke, eine systematische Verteilung der Sünden und Strafen, die verschiedenen Gattungen der Verurteilten folgen einander ohne Band und ohne Ordnung; aber nichtsdestoweniger zeigen zahlreiche Einzelheiten Ähnlichkeit mit dem, was man bei Dante liest. Immanuels Gespräche mit den Geistern, die Fragen, die er in Bezug auf ihr Sein und die Ur- 2\ Val, b. Schabbath 17». Q