Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Dante und Manoello
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Daß dieses kurze und einfache Resümee unserer Dichtung Punkt für Punkt, von der ursprünglichen Niedergeschlagenheit, vom Erscheinen des himmlischem Führers bis zur beseligenden Vision der göttlichen Majestät in den himmlischen Gefilden mit Dantes Dichtung übereinstimmt, brauche ich dem Leser nicht in Erinnerung zu rufen; jeder Kenner der „Göttlichen Komödie" sieht die Parallelen von selbst. Auch braucht nicht darauf hingewiesen zu werden, daß die allegorische Bedeutung: beider Dichtungen dieselbe ist, wenn auch Immanuel sie keineswegs so vollständig und so sein durchgeführt hat wie Dante, und wenn er auch sich nur auf die wesentlichen Elemente beschränkt hat; der Dichter zeigt nämlich durch die Allegorie, wie der Sünder im Schmerz und in der Verwirrung über seinen Fall von Gott Hilfe erhält, so daß er über seine Sünden und die auf sie folgenden Strafen Nachdenken kann (Reise in die Hölle) und nach diesem Nachdenken, durch' die Reue von der Schuld geläutert (Bekenntnis), aufsteigen kann bis zur Vollkommenheit des beschaulichen Lebens und bis zur Erlangung der ewigen Seligkeit (Reise in den Himmel). Es empfiehlt sich jedoch, einige Einzelheiten hervorzuheben, durch die Immanuels Dichtung uns näher an die „Göttliche Komödie" erinnert, denn sie lehren, daß. nicht nur im Grundgedanken, sondern auch in der Durchführung Immanuel seinem Vorbild unmittelbar sich angeschlossen hat oder wenigstens ihm das entnommen hat,, was sich seiner Phantasie und seinem Gedächtnis am tiefsten eingeprägt hatte. Vor allem verdient Beachtung, daß Einleitung und Schluß seiner Dichtung offenbar mir Absicht als Nachahmung Dantes sich zu erkennen gebeir wollen. So beginnt er mit einem Hinweis auf das von ihm erreichte Alter, genau wie es Dante im ersten Vers des Inferno tut, und schließt mit einem Hinweis auf bic Sterne, wie Dante jeden der drei Teile seiner Dichtung, abschließt. Diesen beiden Siegeln, die Immanuel seiner Dichtung am Anfang und am Ende als Zeichen der Nachahmung aufgedrückt hat, entspricht alles, was da-