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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 108

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 108 (sequence 19)
Language
German
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— 108 — Sündern bei der Verbüßung ihrer Strafe dort zu er- Lücken sind. Da erfaßt ihn der Schmerz über die eigene Sünde und er beginnt sie seinem Daniel zu bekennen. Dieser tröstet ihn und sagt ihm voraus, daß ihm als Dank für die Abfassung seiner Bibelerklärungen die ewige Seligkeit des Paradieses beschieden sein wird. Beide verlassen daher die Hölle und finden sofort eine Leiter mit vielen Stufen, die bis zum Himmel reicht, und gelangen auf ihr zum Paradies; dort thronen die Seligen auf Sesseln, die in ansteigenden Reihen aufgestellt sind, und sind infolge der Gegenwart der göttlichen Majestät Don strahlendem Licht undewigerFreudeumgeben. Nachdem -er hier wiederum die anwesenden biblischen Persönlichkeiten und Juden aus späteren Zeiten bis hinunter zu seinen Zeitgenossen und Verwandten gesehen und aufgezählt hat, besschreibt uns der Dichter eine andere Gruppe von seligen -Geistern, die der frommen Nichtjuden. Sodann schauter den Sessel für seinen Freund und Vetter Giuda Romano und -fragt nach dem Platz, der für einen anderen Verwandten bestimmt ist; der Führer zeigt ihn und weist gleichzeitig Darauf, daß daneben der Platz für Immanuel selbst Vorbehalten ist. Nach einem Gespräch mit einer der himmlischen Seelen empfängt der Dichter unbegrenzte Lobeserhebungen und endlose Danksagungen von den Verfassern der biblischen Bücher, weil er Erklärungen zu ihnen abgefaßt hat. Daniel zeigt ihm dann die für verschiedene Angenannte vorbereiteten Sessel und eröffnet ihm endlich, daß es der Zweck der ungewöhnlichen Gnade, die Gott ihm durch die Ermöglichung der Reise ins Jenseits gewährt hat, ist, den Menschen ihr künftiges Schicksal bekannt zu geben und sie auf eine heilsame Nutzanwendung dieser 'Lehre hinzuweisen. So erwächst dem Dichter die Aufgabe, zum Heil und Frommen der Nebenmenschen, das Gesschaute niederzuschreiben. Mit einem Male verschwindet Daniel, und Immanuel erwacht, während er ihn sucht, aus seinem Traume. Er erinnert sich nun seiner Vision und greift sofort zur Feder mit dem Wunsche, daß Gott ihm nach seinem Tode tatsächlich die ewige Seligkeit gewähre im Zusammensein mit jenen, die wie die Sterne leuchten.

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