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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 105

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 105 (sequence 16)
Language
German
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— 105 — Komödie". Der Annahme einer direkten Entlehnung steht bei Immanuel wie bei Dante die Unmöglichkeit gegenüber, daß beide sich genügende Kenntnisse von der Anschauung der Araber über das Schicksal der Seelen im Jenseits verschaffen konnten. Asm freilich denkt an Immanuel als einen der Vermittler zwischen der arabischen Literatur und Dante und schreibt daher Immanuel eine umfassende Kenntnis des Islam zu; aber dies ist eine bloße Vermutung und widerspricht allem, was wir von Immanuel wissen. Wer wie dieser in einem italienischen Sonette, um zwei im Islam angebetene Namen zu erwähnen, neben Macone Trivigante stellt, beweist damit deutlich, daß er vom Islam nur die in der christlichen Welt weitverbreiteten Jrrtümer kannte. Keineswegs darf man etwa annehmen, daß Immanuel so hoch über der Kultur seiner Zeit und seiner Umgebung stand, daß er nicht nur die arabische Sprache, sondern auch die religiöse Literatur des Islam beherrschte. Gewiß kennt und zitiert er arabische Gelehrte und Philosophen, aber nur soweit ihre Lehren durch hebräische Übersetzungen ihrer Werke überliefert und damit zum Gemeingut der Wissenschaft des Mittelalters geworden waren. Von den asketischen und mystischen Schriften des Islam war unseres Wissens nichts ins Hebräische übersetzt und wußte Immanuel daher ebensowenig wie ©ante24). Im übrigen reichen auch die hebräischen eschatologischen Schriften nicht hin, um alles zu erklären, was wir bei Immanuel finden. Er war nicht wie Dante ein schöpferisches Genie mit der Fähigkeit, vermittels seiner 24) Wenn Immanuel auch Al-Mutanabbi zittert (Chajes, Rivista *li Studi Orientali, I S. 263), so ist das kein Beweis für seine Vertrautheit mit der arabischen Literatur; Bekanntschaft mit dem Namen eines sehr berühmten arabischen Dichters, den übrigens Gabirol -anführt (vgl. Dahuda, Prolegomena zu einer erstmaligen Herausgabe des Lltab al Hicläja u s. w. S. 6, Anm. 1), bedeutet noch nicht unmittelbare Kenntnis seiner Werke und noch weniger Kenntnis der arabischen Literatur überhaupt. — Zaid u. Omar, Mechabberoth S. 76, Zeile 1 (ich zitiere, wie immer, ed. Wilheimer, Lemberg 1870, sind aus Naimuni Iggsrotii Teman entlehnt svgl. Chajes, das.))

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