Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Dante und Manoello
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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MWKHMWWWHWM WWWNWMMKZ EWM««»»NM — 100 — ist der Beweis noch nicht erbracht.") Wichtiger ist es, daß wir, wenn ich nicht fehl gehe, mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Zeit und Ort bestimmen können, wo Cino und Immanuel sich kennen lernten und Freundschaft schlossen. Eine Urkunde, auf welche ein Biograph Cinos neuerdings die Aufmerksamkeit gelenkt hat, belehrt uns, daß dieser im Jahre 1320 sich in Macerata in den Marken ausgehalten und dort in einer Streitsache zwischen den Städten Penna und Fermo als Zeuge aufgetreten ist. 1321 hielt er sich bis zum Juni in Camerino in den Marken auf.15) Nun habe ich in der Chronologie von Immanuels Leben früher nachgewiesen, daß gerade in jener Zeit Immanuel in den Marken bei seinem Mäzen in Fermo verweilte?") Ist das richtig, so können wir folgern, daß die Nähe der beiden Dichter in den Marken die Gelegenheit zu einer persönlichen Bekanntschaft geboten hat und daß daran freundschaftliche Beziehungen anschlossen, die dann für den Rest des Lebens fort» bestanden. Bei dieser Gelegenheit muß auch auf eine andere Tatsache hingewiesen werden, die den Erforschern der Geschichte und Literatur der Juden Italiens bisher entgangen ist, daß nämlich im 14. Jahrhundert ein zweiter jüdischer Dichter lebte, der italienische Verse verfaßte und wie Immanuel die Freundschaft und Achtung christlicher Dichter besaß. Dieser Salomone Ebreo, von dem wir freilich bisher nur den Namen kennen, wurde von Giovanni Pellegrini, einem Dichter aus Ferrara, durch ein höchst schmeichelhaftes Sonett gefeiert, welches tiefe Bewunderung und herzliche Verehrung ausdrückt.17) 14) Teza in Atti e memorie della R. Accademia di Padova, X3X (1903), S. 148 ff.; Barbi in Builetino della Societä dantesca, XII (1905), S. 188 f.; Corbellini in Giornale atorico della letteratur& italiana, LXXYI (1920), S. 119 f. 15) Zaccagnini a. et. O. S. 158 f., 228 f. 16) Bivista Israelitica I (1904), S. 190. 17) Ercole, Guido Cavalcanti e le sue rime, Livorno 1885, S. 28. Dem Bereich der Fabel gehört die „jüdische Dichterin" Giustincr Levi-Perotti an, vgl. meinen Artikel in Jew. Encycl. VIII, 37.