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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 94

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 94 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Der erste Punkt, der der Klärung bedarf, ist die Identität der Person,' deren Tod Immanuel im Todesjahres Dantes beklagte, deren Lob er im Leben so laut gesungen hat. Gemeinhin denkt man an die Gattin des Dichters, deren Ruhm er in der Tat in seinen „Mechabberoth" wiederholt und eingehend kündet. Gegen diese Vermutung erhebt sich sofort eine chronologische Schwierigkeit. Immanuels Weib ist, wie es scheint, lange nach 1321 gestorben. Den Beweis hierfür entnehme ich nicht, wie andere es tun, aus der Tatsache, daß der Dichter in seinem „Paradies", das er mehr als sieben Jahre nach 1321 gedichtet hat, seine Gattin im Gegensatz zu den anderen Verwandten nicht unter den Seligen nennt. Das wäre kein schlüssiger Beweis, da er weder seines Sohnes, den er von ganzem Herzen geliebt und sicher vorher ver- Coren hatte, noch seines Vaters, den er bereits am Anfang seines obenerwähnten Gedichts als tot nennt, unter den Seligen Erwähnung tut, während er hingegen neben seiner Mutter auch seinen Schwiegervater und seine Schwiegermutter nennt. Im übrigen ist zu beachten, daß Immanuel auch den sehr ernsten Gegenstand des Lohns und der Strafe im Jenseits in seiner gewohnten leichten Art behandelt, und daß man daher seinem Stillschweigen nicht .gar zu viel Gewicht beilegen darf. Hingegen verdient Beachtung, daß Immanuel, als er sich 1328 oder kurz 'vorher zum zweiten Male nach Fermo zu seinem Mäzen begab, ihm von der Gattin als lebend spricht, und daß sie in den 1328 redigiertem „Mechabberoth" stets als lebend eingeführt ist. Auf sie kann daher BosoneZ Sonett nicht anspielen. Man könnte weiter einen Hinweis auf Immanuels eben erwähnten früh verstorbenen Sohn vermuten, aber Ausdrücke wie „Schönheit" und „Anmut" kann Bosone nur in Beziehung auf eine junge Frau ge- Feuer meines Schmerzes mich verzehrt hätte, wenn ich nicht durch der Tränen Strom seine brennende Glut hätte mildern können. Ja, fürwahr, alle haben Anlatz zu weinen, Christen und Juden, ja, alle haben Anlatz sich auf Trauerschemel zu setzen! Fürwahr, .-es war ein Fahr der Schmerzen, in dem Gott uns das Gute hat mehmen wollen, das er uns gegeben hatte.

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