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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 71

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Der Wiederaufbau Palästinas im Zusammenhang der jüdischen Geschichte
Date
1921-01-01
Page
Seite 71 (sequence 9)
Language
German
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dem religiösen Zionsideal zur Seite tritt. Die veränderten geschichtlichen Bedingungen, welche die Umwandlung des Diaspora - Judentums herbeigeführt haben, gelten ebensosehr auch für das jüdische Leben, das sich in Palästina entfalten soll. Die Ursachen, welche die Sonderung des religiösen und des nationalen Moments herbeigesührt haben, bleiben auch für das zukünftige palästinensische Judentum in Kraft. Die klare Erfassung dieser Tatsache gibt uns die Möglichkeit die jetzt beginnende neue Periode der jüdischen Entwicklung dem Zusammenhang der jüdischen Geschichte einzuordnen. II. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachten wir zunächst die religiöse Seite des Problems. Hier scheint es zunächst eine Einbuße der Religion an Kraft und Wirksamkeit zu bedeuten, wenn sie aufhört, dem Gemeinschaftsleben seine Einheit und seine Form zu geben. Und diese Entwicklung kann sich offenbar auf palästinensischem Boden noch schärfer durchsetzen als in der Diaspora. So befremdlich es klingt, hat sich doch bisher das Ideal eines von der Religion unabhängigen Judentums nur im Schoß der jüdischen Religionsgemeinde selbst .ausbilden können. Das westeuropäische Judentum kennt wohl einzelne nnd Gruppen von solchen, die sich ihm zugehörig fühlen, ohne durch religiöse Ueberzeugungen mit ihm verbunden zu sein, es kennt die Idee, eines Judentums, das nicht auf religiöse Ueherzeugung gegründet ist; die äußere »Form alles jüdischen Gemeinschaftslebens aber ist die religiöse geblieben. Die geschichtlich gegebene Form der. Religionsgemeinde, durch die allein das Judentum sich nach außen hin abgrenzt, und die zugleich der Träger aller jüdischen Ueberlieferungen ist, vermag allein in der Diaspora die Einheit jüdischen Lebens darzustellen. Die schützende Hülle dieser Form kann nur entbehrlich werden, wenn das jüdische Leben auf eigenem Boden und durch eigene Sprache eine natürliche Einheit erhält. Die Entwicklung, die sich in der Diaspora angebahnt hat, kann sich darum erst in Palästina in ihren letzten

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