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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 52

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Das Ideal der Geschichtsschreibung und Israels Stellung zu ihm
Date
1921-01-01
Page
Seite 52 (sequence 7)
Language
German
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zunächst den rein historischen Erzählungen im Richter- und Samuelisbuch" ^Geschichte des Altertums 1913, I, 1, § 131). Dieses Urteil hat derselbe Gelehrte in seinem Werke „Die Israeliten und ihre Nachbarstämme" (S. 484) im einzelnen so begründet: „Die Berichte über David hauptsächlich in 2. Sam. 9—20 und 1. Kön. Kap.' 1 ff. lehren durch ihren Inhalt unwiderleglich, daß sie aus der Zeit der Ereignisse selbst stammen, daß ihr Erzähler über das Treiben am Hose und die Charaktere und Umtriebe der handelnden Persönlichkeiten sehr genau informiert gewesen sein muß. Sie können nicht später als unter Salomo geschrieben sein", und er sieht auch in Nicht. Kap. 8 s. 17 s. und 1. Sam. 16,14 s. sowie 18,10—28,2 und 29.1 — 2. Sam. 4 Teile eines alten großen Geschichtswerkes. Ja, er fügt sogar folgendes hinzu: „Es ist etwas Erstaunliches, daß eine derartige Geschichtsliteratur damals möglich gewesen ist. Sie steht weit über allem, was wir sonst von altorientalischer Geschichtsschreibung-wissen, über den trockenen offiziellen Annalen der Babylonier und Assyrer, über den märchenhaften Geschichten der ägyptischen Literatur. Sie ist wirklich echte Geschichte. Sie wurzelt in lebendigem Interesse an den wirklichen Ereignissen, die sie aufzufassen und festzuhalten Ich bemüht. Sie hat ihr Analogon einzig und allein auf griechischem Boden: Von Anfang an stellt sich mit ihr die israelitische Kultur, allein von allen anderen, in der Tat als gleichberechtigt neben die griechische" (a. a. O., S. 486). Dieses Urteil über die israelitische Geschichtsschreibung aus dem Munde eines so kompetenten, weil auch mit den Originalsprachen der verglichenen Literaturwerke vertrauten Forschers ist sicherlich hochwichtig. Denn wenn man weiß, wie sehr die Geschichtsbücher des hebräischen Altertums auf seiten der nichttheologischen Gelehrten gewöhnlich garnicht in den Mund genommen, oder wenn es geschieht, sehr geringschätzig behandelt werden, dann ist ein solches Urteil nicht bloß erfrischend, sondern auch erhebend. Ein solches Urteil kann ja, was noch wichtiger ist, sogar der Ausgangspunkt zu einem Umschwung in

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