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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 51

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Das Ideal der Geschichtsschreibung und Israels Stellung zu ihm
Date
1921-01-01
Page
Seite 51 (sequence 6)
Language
German
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Mi- — 51 — hat sie sich an die poetische Erzählung des Epos angeschlossen, wie ja die dichterischen -Erzeugnisse überhaupt die älteren Bestandteile der Nationalliteraturen bilden (Ed. Norden, Antike Kunstprosa, Bd. I, S. 28; usw.). Herodot übernahm von der absterbenden epischen Dichtung die Neigung und das Geschick, große und disparate Massen zu disponieren und aufzubauen. Die Einheit, die er erstrebte, ist die des Stiles. Uber ihn schritt Thukydides hauptsächlich insofern hinaus, als" er nur die eine Aufgabe verfolgte, das Ringen der realen Mächte zu erkennen. Den ursächlichen Zusammenhang der Ereignisse und ihre Ausgangspunkte in den Seelenbewegungen der leitenden Persönlichkeiten darzustellen, ist sein höchstes Ziel. Von seinem Werke über den peloponnesischen Krieg her datiert man deshalb die „pragmatische" Geschichtsschreibung. „Es wachsen ihm nicht entfernt so verschiedenartige Stoffmassen zusammen, wie seinem Vorgänger, und die schon dadurch sich ergebende Einheit des Sachlichen steigert er noch durch die Straffheit, mit der er sich auf sein Thema, den Krieg der Peloponnesier und Athener, beschränkt" (Ed. Schwartz. Das Geschichtswerk des Thukydides 1919, S. 23). Das ist der Höhepunkt der Entwicklung, die die Geschichtsschreibung bei den Völkern des Altertums durchlaufen hat. Wie nun vethält sich dazu die israelitische Geschichtsschreibung? Bei der Beantwortung dieser Frage befinden wir uns in der angenehmen Lage, einen so hervorragenden Fachmann hören zu können, wie es anerkanntermaßen der Vertreter der Geschichte des Altertums an der Universität Berlin ist. Ed. Meyer hat nämlich über die Geschichtsschreibung der Hebräer folgende Sätze ausgesprochen: „Völligselbständigisteine wahre h i st o r i s ch e Literatur nur bei den Israeliten und den Griechen -entstanden. Bei den Israeliten, die auch darin eine Sonderstellung unter allen Kulturvölkern des Orients einnehmen, ist sie in erstaunlich früher Zeit entstanden und setzt mit hochbedeutsamen Schöpfungen ein, nämlich 4*

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