Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Das Ideal der Geschichtsschreibung und Israels Stellung zu ihm
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 2)
- Language
- German
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ooy. solchen offenbar aus Klaffenhaß und antisemitischer tassenfeindschaft geborenen Angriffen gegen die Geschichtsbücher Israels ab, so gibt es noch zwei Hairptarten derselben. Ein häufiger Vorwurf gegen dieselben wird ja in die Zorte gekleidet, daß in ihnen blos die Darstellung einer HGeschichtsphilosophie" zu erblicken sei. So sind diese Geschichtsbücher neuerdings von Herrn. Schneider in Keinem Buche „Zwei Aufsätze zur Religionsgeschichte" (S- 2). «charakterisiert worden. Man meint also, daß gewisse «Leute in Israel sich hinterher ein allgemeines Bild vom »Ursprung und Verlauf der Geschichte Israels entworfen kund dieses Bild dann in einem Geschichtswerk ausgemalt «hätten. Aber die Geschichtsbücher Israels zeigen durch j ihre tatsächliche Beschaffenheit, daß sie nicht ein später willkürlich ausgesonnenes Bild von der Geschichte dieses Volkes zeichnen wollten. Denn welcher Israelit hätte sich später den überaus wechselvollen Gang dieses Geschichtsverlaufs von Abrahams Zeit her ausdenken sollen? Wer auch hätte, wenn er ein ideales Bild von der Vergangenheit seines Volkes hätte zeichnen dürfen, z. B. die Knechtschaft Israels in Aegypten und die immerwährenden Fälle von Auflehnung der Vorfahren gegen Mose und die prophetische Religion in dieses Geschichtsbild hineinweben sollen? Also auch mit der Widerlegung dieser Art des Angriffs auf den Wert der althebräischen Geschichtsbücher braucht man sich nicht länger zu beschäftigen. Doch gibt es ein modernes Urteil über die israelitischen Geschichtsbücher, dessen Gewicht schon deshalb schwerer in die Wagschale fällt, weil es von Vertretern der Geschichtsforschung selbst ausgeht. Von einer Reihe derselben Pflegt nämlich jetzt kurzweg gesagt zu werden, diese Geschichtsbücher seien zum großen Teil schon insofern minderwertig, als sie lange nach der Zeit der in! ihnen erzählten Ereignisse und bis weit herab aus ganz unzuverlässigem Material aufgebaut worden seien. Dieses jetzt weithin über die Geschichtsbücher Israels herrschende Urteil kommt z. Bin Herm. Weinheimers Geschichte des s Volkes Israel (1909) zum Ausdruck. Da liest nian kein