Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
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- 23 mann: „Die Lade Jahves und das Allerheiligste des salomonischen Tempels" (Stuttgart, W Kohlhammer, M- 11,00). Eine Anzahl von neuen Hypothesen, die der Verfasser vorträgt, erheischt eine sorgfältige Prüfung.— Einen Beitrag zur religionswissenschaftlichen Forschung liefert I. Jeremias in seinem Buch „Der Gottesberg" (Gütersloh, C. Bertelsmann, M. 10,00, geb. M. 12,00), in dem eingehend die biblische Symbolsprache behandelt wird. Interessant ist die Untersuchung über die alten Kultstätten in Palästina, über die wir außer der bekannten Monographie von Gall fast nichts besitzen. Vom christlich - dogmatischen Standpunkt ausgehend behandelt I. Göttsberger „Die göttliche Weisheit als Persönlichkeit im Alten Testament" (Münster i. W,. Aschendorff M. 2,20). Da in der Bibel selbst, mit Ausnahme der bekannten Stellen in den Sprüchen und in Hiob (wo eigentlich nicht die göttliche Weisheit, sondern die Weisheit als schöpferisches Wesen personifiziert auftritt), die Weisheit nicht anders als Attribut behandelt wird, so zieht der Verfaffer auch jüngere, hauptsächlich griechische Apokryphen in den Kreis seiner Erörtungen, um so den Uebergang zu der christlichen Vorstellung von der personifizierten göttlichen Weisheit zu finden. In erster Reihe aber kommt hier Philo in Betracht, der in seiner überschwänglich mystischen und bilderreichen Sprache viele Mißverständnisse hervorgerufen hat. — Ein beachtenswerter Beitrag zur Religionsgeschichte und zur Psychologie der Bibel liegt in der Abhandlung „Das Wort usksgod in der Bibel" von M. Lichtenstein vor (Schriften der Lehranstalt für die Wiffenschaft des Judentums, Bd. 4, Heft 5—6; Berlin, Mayer & Müller, M. 12,00). In dieser Untersuchung über die historische Grundlage der Anschauung von der Seele und die Entwicklung der Bedeutung des Wortes iiefesch in der Bibel wird die Vieldeutigkeit dieses Wortes und die Wandlungen, welche die Vorstellung vom Dasein der menschlichen Seele im Judentum durchgemacht hat, kritisch beleuchtet. Vergleichende religionswissenschaftliche Forschungen bieten folgende Schriften: „Die altpersische Religion und