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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 11

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Rückblick auf das Jahr 5680/81
Date
1921-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 gmm ein so treuer Jude, mußte in „Worlds Work'" derr recht temperamentvoll und grell übertriebenen Schmerzensschrei ausstoßen, der Zionismus erweise sich als „das gewaltigste Trugbild der neueren jüdischen Geschichtet". In dreißig Jahren habe er in Palästina kaum 10000 Juden angesiedelt, in derselben Zeit habe Amerika anderthalb Millionen ausgenommen. Nun gibt es freilich einsichtsvolle Kenner der Verhältnisse, kluge nüchterne Realpolitiker, die vertrauensvoller sind, die mit besseren Hoffnungen die Entwickelung der Dinge erwarten und deren Optimismus wir mit mehr Sympathie und guten Wünschen begleiten. Vorerst aber sehen wir den Widerstand dör Araber andauern, das Widerstreben der an Jerusalem mitinteressierten Konfessionen sich steigern, die Feindseligkeiten im heiligen Lande sich mehren. England aber, froh in Palästina endlich die langersehnte Brücke zwischen seinen afrikanischen, und asiatischen Besitzungen gewonnen zu haben, wird sich, selbst bei ehrlichem Willen, doch noch bedenken, ob es sich um der Juden, der Zionisten willen mit seinen mohammedanischen Untertanenüberwerfen soll. So ist denn die „ J e w i s h. Agency1-, die für die Verwaltung Palästinas Rat und Mitarbeit „in Dingen, welche die jüdische Bevölkerung betreffen", gewähren soll, so ist denn die Idee einer rabbinischen Oberbehörde, eines „Beth-din" in Jerusalem, vorerst nur eine bescheidene Anzahlung auf das wieder einmal gelobte jüdische Reich. Sogar der Anlauf zur Schaffung einer großen jüdischen Handelsflotte, die Bildung einer „Zion H a t i o n a 1 Steam Navigation Company Lmt d.“, und die erste Ausfahrt eines Dampfers, der den Namen „Zion" in hebräischen Lettern und den „Magen David“ am Bug trägt, will uns noch nicht so recht mit zuversichtlicher Hoffnung auf die künftige palästinensisch-jüdische Marine erfüllen. Aber mit aller herzlichen Anteilnahme wollen wir den weiteren Gang der Entwicklung begleiten und mit dem Wunsche, es möchte sich in Palästina wirklich die verheißene Heimstätte für die gehetzte, verfolgte Judenheit der Pogromländer öffnen.

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