Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 37)
- Language
- German
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— , 104 Gott erhalte Sie, und eines der köstlichsten Güter. Ganz und unvermindert mir erhalten Sie Ihre Freundschaft als JhrSalomon. XVIII. Sr. Hochwürden des Herrn I. N. Mannheimer aus Wien * in Marienbad.. Prag, am 18. August 1841. In der Wohnung unsres lieben Kollegen Doktor Sachs rufe ich Ihnen, verehrter Freund, die herzlichsten Grüße zu und befrage mich angelegentlich nach Ihrem Wohlsein. Ich kam hierher, ich glaube es mir selbst nicht, ich wollte anfangs nur meine alte Mutter besuchen in Sandersleben, dort mußte ich länger verweilen, als ich früher die Absicht hatte; dann ging ich nach Breslau, stehet dort meine Wiege, so stehet hier mein Traualtar. Auch hier blieb ich länger als ich wollte, predigt Ln Breslau (wie in Sandersleben). Dresden fand ick sehr schön, die Umgegend zum Entzücken, viel Menschen braucht man hienieden nichte; einige aber fand ich dort und sie fesselten mich über 11—12 Tage an Dresden; auch da predigte ich in der Kößlinger Synagoge. Von Dresden ging ich nach Prag und ich hätte Sie auch in Wien heimgesucht, wären Sie nicht in Marienbad. Indessen aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich komme ein andermal, wenn Sie zu Hause sind. Mein Urlaub ist mit dem Ende des August abgelausen, Wien aber erfordert mindestens 14 Tage. — Die Dr. Gumprecht erzählte mir viel und gern von Ihnen, sie sagte mir, daß Sie mir das eine oder das andere zu sagen haben. Erlaubt es Ihre Zeit und Raum, so schreiben Sie mir hierher. Bis Sonntag bin ich hier; sowohl Sachs als Rappaport zieht mich an, und die jüdisch historischen Merkwürdigkeiten will ich doch auch sehen. — Haben Sie mein Schreiben (?) erhalten? Ich reiche Ihnen über die Berge hinüber die Hand und warm schlägt Ihnen entgegen das Herz Ihres Salomon. XIX. Hamburg, am 23. November 42. Es ist mir erst heute vergönnt, liebster Freund, Ihnen von dem Empfange Ihres mir immer sehr teuern Schreibens nebst der Anweisung eine Anzeige zu machen. Das Geld reichte diesmal zur Entrichtung der Miete und zur Anschaffung von einem großen Teil der Wintersteuerung hin. Freilich wollte 'die alte Frau nun noch .einige — Contenten haben; die konnte ich aber nicht anschaffen, da ich nicht die Wunderkrast des Elias und Elisas besitze. Doch dürfen Sie ruhig sein, Not leidet sie nicht, ob sie gleich reicher ist an Jeremiaden als alle Elegiendichter. Die alte Anweisung hat sich auch eingefunden und ich lege sie den übrigen Papieren bei.