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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 102

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
Date
1919-01-01
Page
Seite 102 (sequence 35)
Language
German
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102 Exemplar von Ihrem David"! Ich ließ mich bereden und — meine. Strafe, einem reichen Juden eine Schmeichelei gesagt zu haben, blieb nicht auS, denn der Wiener Rothschild hat eben so wenig geantwortet als früher der Londoner, der aus dem England nach dem Engelland berufen wurde,, wo er eZ hoffentlich fühlen wird, wie viel ihm trotz seiner Pfunde noch fehlt, um lötig zu sein. Verflucht, wer vor den goldenen Kalbern sich bückt und .das ganze Volk spreche: Amen! Der Nachtisch dieses Kerls kostet ja täglich mehr, als der arme Gelehrte jährlich zu verzehren hat!. Schreckliche Rechenkunst treibt man dort oben! Und doch soll das Facit. richtig sein!! dubito. Jetzt^zur Beantwortung Ihres lieben, werten Briefes, der auf meinem Pulte liegt bis 'bin anderer ankommt, und der frühere dann zu meinem Briefschatz gelegt wird. — Ueber das mir eingesandte Geld - finden Sie einliegend die Quittung. Ich begreife es wohl, liebster Freund! daß der größere Absatz von Bibeln in Wien Ihrer Persönlichkeit zuzuschreiben ist. „Li mi k’am’cho Jisroel“, das so wenig Bücher kauft bloß der Sache halber? Um so größer meine und des Verlegers Verbindlichkeit gegen Sie und Ihre seltene, musterhafte Uneigennützigkeit. — Die verlangten 4 Exp°. Pentateuch werden Sie wohl längst schon besitzen, ich habe sie sofort ab^ geschickt, und zwar gratis, weil sie ihnen zukommen. Es betrübt mich,, daß Sie so viel Quälerei mit meinem David haben; indessen hoffe ich von Ihrer Empfehlung guten Erfolg. So viel Exemplare nicht abgesetzi werden, muß ich der Verlagsbuchhandlung bar vergüten, da ich derselben eine namhafte Anzahl von Käufern zugefichert und auf diese Kondition, mein Honorar bekommen habe. In der Folge lasse ich mich auf solche- Bedingungen freilich nicht ein! — Mt dem Moses wird Ihre Berechnung., wohl die richtigere sein, das will ich mit der Persches'schen Handlung schon regulieren. — A propo?. Ist Ihnen nicht ein Paket von 100 Predigten Zugekommen, zum Besen oer Pcster bestimmt? In Ihrem Briefe er* wähnen Sie keine Silbe davon. Ich schickte sie Ihnen durch Hammering» Ist Ihnen das Ding zu Händen gekommen, so geben Sie die Exemplare weg, wie Sie wollen, legen Sie den Bibeln davon bei, wenn sie auch nicht bezahlt werden, sie sind einmal da und ganz ohne Nutzen für die Verunglückten waren sic auch nicht. — Sie haben sich, schreiben Sie mir, — nach einem poetis chen Ausdruck — mehr an der Bibel zu tun gemacht, als mit derselben beschäftigt — freilich verdient' diese materielle Beschäftigung den größten- Dank gegen einen Mann, bei dem das horazische virtus post numosnicht stattfindet; indessen jetzt möchte ich auch.Ihr Urteil über meine Arbeit von Ihnen erfahren; einzelner und sehr günstiger Urteile auch in öffentlichen Blättern hat die Bibelübersetzung sich bis jetzt zu erfreuen gehabt; aber eine recht gründliche Kritik über das ganze habe ich noch' in keinem Blatte gelesen .... Geiger sitzt noch immer in Berlin und wartet auf die Erlaubnis, in Breslau vernünftig leben und wirken zu dürfen. Die Juden in Berlin und Breslau werden schon alles tun und' getan haben, um den Mann bei der ohnehin so bigotten Regierung als einen Freigeist zu verdächtigen. Ich sehe für uns kein Ziel. — Daß Ihnen der vr. Sachs gefällt, spricht sehr für ihn. Ich freue mich, dar

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