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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 99

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
Date
1919-01-01
Page
Seite 99 (sequence 32)
Language
German
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Lenntlichkeit ablegen, so stehe ich Ihnen zu Gebote, mit allem was ich habe und vermag und ist dies auch nicht viel, so ist es doch -etwas und kommt in allen Fällen aus einem guten Herzen. Wirken Sie für den Absatz der Bibel, wie Sie es für gut befinden, geben Sie Rabatt, belohnen Sie die Kolporteurs, lassen Sie in den kleinen -Gemeinden die etwaigen unbemittelten Lehrer, die sich mit dem Absatz beschäftigen, ihre Mühe anrechnen. Die Koster: werden herauskommen, und auf materiellen Gewinn rechne ich nicht. Es wäre für mich das schon Lohn genug, daß man bei einem zweiten Abdruck die stereotyper: errores und Errata, von denen kein menschliches Werk, kaum die Bibel in der Ursprache frei geblieben, wie man am besten aus den Chroniken sehen kann — verbessern kann, zu welchem Errde ich mir Ihre Winke und Bemerkungen ausbitten möchte. — In Prag habe ich niemander: für unsre Bibel beschäftigt, da ich mir kein günstiges Resultat versprach, indem ja Er. Sachs für sein Werk alles'üt Anstzxuch genommen haben wird. So dachte ich. Sollte es aber Ihrem Einflüsse gelingen, dort etwas für die Verbreitung zu wirken, so verdienen Sie sich zu den sieben 'bekannten auch den achten unbekannten Himmel. — Ich höre ja so -Diel von der heilsamen Wirksamkeit des-Er. Sachs in Prag. Ist -es an dem? Mein Rebbe pflegte zu sagen: „Ein Jud' ist nit zu schätzen"! Ich wende dies nicht auf den Lehrer, sondern auf die Gemeinde an, an die ich keinen starken und keinen schwachen Glauben hatte. S o läßt man sich täuschen und tut Buße in Sack und Asche. Daß der Herr Er. S. nicht gern von seinen Psalmen reden hört, glaube ich wohl gern, .sie sind auch gar zu hölzern und unverständlich und geben keinen Schatten vom Original zurück. Alle zu weit getriebene Nachahmung rächt sich selbst. Gut, daß die Herren davon Zurückgekommen sind, ob ich gleich den llesaja nicht so frei finde als Sie und das poetische Kolorit in meiner Uebersetzung sich mehr uls in der berliner Verdolmetschung herausstellt. Doch ,,En Adam roeh. Nig’e azmou. Auf alle Fälle erwarte ich vonJhnen ein schonungsloses Urteil über das Ganze, sobald Sie die Bibel haben werden; Don Ihrer Unparteilichkeit bin ich überzeugt. Daß Ihnen mein David noch nicht zugekommen, wundert mich und den Verlegersehr; dieser kann es gar nicht begreifen. Auch über diese meine homiletische Arbeit erbitte ich mir Ihre Meinung. Ach, ich quäle Sie. sehr mit meinen literarischen Sünden, ich bitte sehr um Ihre Nachsicht. Dem Verleger machte ich mich für eine namhafte Auzahl von Exemplaren Derbindlich. Ich tue es nie wieder. Man muß sich quälen und betteln, ehe die Söhne der auserwählten sich zum Kaufen entschließen. Ich kann es Jost nicht verdenken, wenn er statt jüdischer Geschichte englische Sprachlehre und über den deutschen Stil schreibt. Das findet Absatz, sagte er mir, und pour Pamour de dieu schreibe er nicht. Im Grunde haben wir gar kein großes Recht, auf unsre Leute stolz zu sein. — Was Sie, von Johlsons Infamie veranlaßt, über das jetzige Treiben der Juden sagen, ist so herrlich und energisch und buchstäblich wahr, daß ich Ihnen hundertmal im Geiste die .Hand gedrückt und Ihren Zorn — göttlich genannt habe. Ich 7*

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