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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 98

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
Date
1919-01-01
Page
Seite 98 (sequence 31)
Language
German
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etli Tliorath Adonai ablegen und — verbessern werden. Wenn nur Erew Jom Kippur sogleich ein Bote herumgegangen wäre! Wenn irgenwo, so mutz bei unfern Leuten das Eisen geschmiedet werden, so lange es noch heiß ist. — Herrn Lazarus Hab ich recht nach Ihnen und den Ihrigen ausgefragt und mich der frohen Nachrichten über alles, was Sie angeht, herzlich erfreut. Mit Begierde sehe ich den lieblichen Arbeiten entgegen. Sagten Sie mir nicht einmal, daß Sie auch Koheleth und Echa bearbeitet hätten? Der Koheleth besonders ist eine harte Nutz, die nur ein Meister glücklich knacken kann. Mit dem armen Prediger ist der Herr Mendelssohn noch ärger umgegangen, als mit dem Psalmensänger! Nicht gestogen und nicht geflogen! Welch ein Unsinn! „Achor wakedem zartani“ Du hast mich um und um — gebildet!! und auf ähnliche Unrichtigkeiten stößt man fast auf jeder Seite. Ich bin recht begierig, wie das Volk des Herrn eine schlichte Uebersetzung in wahrhaft biblischem Tone aufnehmen wird; sie sind leider physisch moralisch, durch das elegante, luxuriöse Wesen fürchterlich verwöhnt und daß „Gott den Menschen gerade und einfach erschaffen", haben sie fast vergessen! Doch ich habe geschwatzt zum Ueberflutz und mutz nun zu Ende kommen. Leben Sie wohl und heiter und froh und bleiben Sie gewogen Ihrem Sie innigst liebenden Salomon. XVI. Hamburg, am 28. März 1838. Jnnigstverehrter Freund! Gottlob und Dank! Nun atme ich frei und kann wieder an meinen Freund denken und schreiben und mir die Freude gönnen, mich mit demselben zu unterhalten und Ihrer Antwort entgegen sehen. Das alles konnte und gönnte ich mir bis jetzt nicht. Heute habe ich das letzte Manuskript zur Bibel in die Druckerei geschickt und Pessach, so Gotü will, ist die Bibel fertig. Ich darf in einem anderen Sinne mit Job sagen: „Lo schalawti w’lo sehakat’ti w’lo nachti“ — das w’jawo Itoges“ liegt freilich in der Zukunft, indessen bei allem Rezensieren und Kritisieren und allem Aerger und Verdruß, der da kommen wird, freue ich mich doch, daß wir nunmehr eine complette deutsche Bibel, ein deutsches „T’nach“ haben für Alt und Jung, Gelehrte und Ungelehrte und freue mich, daß die unserige früher als die Berliner fertig ist; sie ist beendet, wenn auch nicht vollendet, vollendet soll sie nach und nach werden, soweit den schwachen Kräften des Menschen eine vollendete Arbeit möglich ist. Ihnen, liebster, teuerster Freund, bin ich vielfach verbunden, ich habe Ihnen in den „Vorerinnerungen" zur Bibel öffentlich gedankt, und wiederhole Ihnen die tiefgefühlten Versicherungen meines dankbaren Gemütes. Ich weiß, daß Sie nie auf Gegendienste rechnen, kann ich Ihnen aber auf irgend einem Wege Beweise meiner Er-

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