Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 29)
- Language
- German
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-r- 96 — Wieder an die Arbeit gehen, sobald ich von Ihnen eine ausführliche und entschiedene Antwort erhalten haben werde. Für die übrigen Ratschläge, die Sie mir in betreff der Herausgäbe mitteilten, bin ich Ihnen sehr verbunden und werde — so esnötig ist — den besten Gebrauch davon machen, besonders den Verlag betreffend. Auf wie viele Abnehmer läßt sich wohl in den k. k. Staaten rechnen? In unserem Norddeutschland sieht es windig aus und es grauet mich anzukündigen und anzufragen. Stehen Sie mit Geiger in Wiesbaden in Verbindung; was folgen Sie zum 1. Heft seiner Zeitschrift; Z. muß sehr leise in Prag predigen, denn man hört gar nichts davon. Hören Sie's in Wien?' Daß Jost jetzt in Ff. a /M. an der Bürgerschule angestellt ist, wissen- Sie gewiß. Berlin wird „wie ein Fluß ohne Fische" und wirklich „einer Witwe gleich". Elende Gemeinde! mit der man eben sowenig wie mit ihrem König joze ist, wie ein Berliner Jude in seiner Einfalt sich ausdrückte. Ich gebe diesem Blatt den herzinnigen Wunsch mit, daß es Sie und alle Ihre Lieben beim besten Wohlsein antreffen möge. Gott erhalte Sie, Verehrtester Freund t und schenken Sie Ihr Wohlwollen und ein kleines Plätzchen in Ihrem Gedächtnis und Herzen Ihrem S alomon. Hamburg, am 12. Juli 1835., XV. Hamburg, am 14. November 1836. Verehrter, geliebter Freund! Sie haben mich auf Ihr Schreiben sehr lange warten lassen aber Sie verstehen es auch Ihre Freunde für das Sehnen und Harren zu entschädigen; denn Ihre letzten Schreiben vom 15. Sept. und 12. Oktober waren so herzlich und so inhaltreich, daß sie mich stärkten und labten und, so es möglich war, Ihrem Herzen noch näher geführt. Dankbar drücke ich Ihnen die Hand dafür und Ihre Wünsche erwidereich aufs treueste und innigste. Möge Ihnen das Leben alles gewähren, was der weise und bessere Mensch zum Glücke rechnet und zum Glücke bedarf! Amen, Amen. In einem Punkt in Ihrem lieben, teuern Briefe stimme ich mit Nichten ein. Das Wort des klagenden Propheten „über nutzlose Arbeit und Mühe" können und dürfen Sie nicht sagen, Sie wahrlich nicht. Was war die Jsr. Gemeinde in Wien, bevor Sie dorthin kamen und was ist sie jetzt? Und was wird sie werden, muß sie werden, wenn solcher Samen ausgestreuet wird, wie Sie ihn ausstreuen! Nein, zu gering darf selbst der Beste und Bescheidenste nicht von seinen Leistungen denken und wenn das Erwartete auch noch so sehr hinter dem Ideal zurückbleibt, in magnis voluisse safe est, und Sie haben mehr als den Willen gehabt! Wollte Gott», daß unter den Männern, die jetzt in Israel die Gemeinden und die