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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 92

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
Date
1919-01-01
Page
Seite 92 (sequence 25)
Language
German
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92 Ihnen zur Zeit zurück senden, nicht minder den Jeremia, den ich Za ohnehin abschreiben mutz. Aus blotzer Lust und Laune soll nichts abgeändert werden, das kann ich Ihnen versichern. Dem Ezechiel sehe ich schmerzlicher entgegen als es die gesamte Judenheit in Babel ehemals getan, denn der Druck geht rasch vorwärts. Schrcken Sie mir also, sobald Sie können, das Manuskript mit der Fahrpost und notieren Sie gütigst das Porto, ich hoffe in Freuden alles zu -entrichten. Ihre Güte hat mich einmal verwöhnt und dreist gemacht, rmd wenn Sie der guten Sache und mir Opfer bringen, so bedenken Sie freundlichste datz ich es nicht gewagt haben würde, Sie darum zu bitten, wenn Sie mir nicht so liebreich zuvorgekommen wären. Ost ängstigt's mich. Sie so in Anspruch zu nehmen und umso mehr, da ich nicht so glücklich bin, zu Ihren intimen und intimsten Freunden ^gezählt zu werden, wenn Ihnen gleich mein Herz laut und warm entgegen schlägt und an Wärme und Lauterkeit keinem Ihrer Freunde etwas nachgibt. Doch um Liebe; sagt Lavater, kann man bitten, .um Freundschaft nicht. Ich darf Ihnen nur soviel sagen,, datz ich Ihre Güte zu schätzen weitz und mich derselben würdig zu machen 'bemüht sein werde. Werden Sie in diesem Sommer nach Kopenhagen gehen? Es freuen sich viele Menschen hier auf Ihre Ankunft. Denn sie rechnen darauf, datz Sie Ihren Freunden in Hamburg nicht Vorbeigehen werden. Die herzlichsten Grütze für Sie trug mir Br. Leo Wolf aus, der Dänemark (?) den Rücken gekehrt und sich vor einigen Tagen mit einer Wilwe geb. Marburg aus Altona verehelicht hat. Er verjüngt sich, dieser wackere seltene Mann, und ist sehr froh und glücklich. Gott erhalte Sie und die Ihrigen nach den herzlichsten .Wünschen Ihres Ihrem Schreiben sehnlichst entgegenseh ender Salomon. XIII. Hamburg, am 25. Oktober 1834. Verehrtester Herr und Freund! Fast scheue ich mich Ihnen zu schreiben, da zwischen Ihrem 'Brief und meiner heutigen Beantwortung desselben so viele Monate liegen. Indessen, wenn ich gefehlt habe, so darf ich ja in dem -Fehler nicht beharren. Zu meiner Entschuldigung kann ich viel und vieles sagen, will aber ganz kurz sein. Am 16. Juli trat ich eine Erholungsreise an und ging von hier nach Frankfurt am Main. Dort erhielt ich' durch die Meinigen Ihr liebes Schreiben. Das nahm ich mit nach Wiesbaden, nach Heidelberg — wo ich meinen Sohn besuchte, nach Baden-Baden, nach Schaffhausen, nach Strahburg, nach Zürich, ja sogar nach dem Rigi, den ich bestieg und von da .aus ich allen meinen Lieben und Teuern in der Nähe und in der Ferne meine Grütze herabreichte. An allen diesen Orten wollte ich Ihren Brief beantworten, an keinem derselben kam ich dazu. Ich 'verweilte länger auf der Reise, als ich wollte und sollte und die -Jomim noraim waren da, ehe ich's dachte. Nun eilte ich nach Hause

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