Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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%e$te und (oft!) Eigensinne nicht untreu werden und keine Hasardspiele versuchen wollen. Aus alle Fälle schreiben Sie mir Ihre Meinung auch; hierüber und sagen Sie mir recht sehr bald, was Sie bis jetzt außer Kohelet und Jeremia gearbeitet haben und welche Bücher Sie in der Folge arbeiten wollen. Die einigen Psalmen, die Sie mir einmal schickten, sind mir Beweis, daß Sie auch meine Psalmenbearbeitung nicht schlecht finden werden. Wir könnten die Uebersetzungen einmal vergleichen, wir selbst aber werden uns wobl hierüber ausgleichen. Sagen Sie mir nur erst, daß Sie recht wohl, recht munter, recht froh und glücklich sind; daß Sie recht tätig sind, weiß ich, denn Sie edieren Ihre Predigten und arbeiten an der Bibel. Werden Ihre Predigten bald erscheinen? Ich bin recht begierig darauf und sehne mich herzlich danach. Aus beiliegendem Blatte sehen Sie, daß auch ich wieder ein Lüftchen habe, einen Teil meiner Predigten gedruckt zu sehen, sobald ich nur Subskribenten genug habe. Können Sie durch Ihren Einfluß die Zahl vermehren? Sehr derangieren darf es Sie aber nicht. — Neulich hatte ich Herrn Lemmel aus Prag, zum Zuhörer. Ich sprach am 8addat Chanuka über die Unseligkeiten in Israels alter und neuer Geschichte. Und da kam denn auch die Reihe an die Elenden, die itzt wie einst ihrem Gotte und ihrem Volke untren werden. — Er hat Zunz gesprochen und man geht damit um, ihn in Prag zum Prediger zu engagieren. Doch scheint eine solche Stelle — wenn man Z's Äußerungen glauben darf, mit seinem jetzigen Gewissen, zu kontrastieren. Eine Rabbinerstelle — es wird jetzt wegen einer solchen in Darmstadt unterhandelt — ist ihm lieber. Ich kann aus diesem. Manne nicht klug werden, mache mir aber nichts daraus. Ist nicht in; Preßburg auch ein umgestalteter Gottesdienst? Sagen Sie es mir doch und teilen Sie mir überhaupt über die Fort- und Rückschritte der Juden in den dortkgen Landen etwas Näheres mit. Diesenoch übrigen Zeilen widme ich unfern beiserseitigen Familien. Wie geht es. den Ihrigen? Ihr Kindlein möchte ich gar zu gern einmal sehen und — Sie müßten es mir erlauben — Ihrer lieben Gattin herzlich die Hand drücken. Ich reise nicht eher, als bis die Bibelübersetzung beseitigt ist,, dann abersehe ich Wien und in Wien Sie und alle Ihre Lieben- O, bald, bald! Meine Kindlein sind, vier an der Zahl, gottlob wohl und wachsen an Leib und Geist. Mein Moritz geht in einem Jahr nach Heidelberg, um den Haller und Hypokrates zu studieren. Meine Anna zählt bald 16 Jahre und wenn ihr Vater 10.000 Mk. ihr zuzählen kann, wird sie- Braut. Meine beiden Knäbchen sind gute und wilde Burschen. Ganz Ihr Salomon. IX. Hamburg, am 26. Januar 1834. Jnnigstgeehrter Freund! Sie haben mir mehr denn einen Festtag durch Ihr liebes Schreiben bereitet und jetzt, da ich es beantworte, genieße ich die Nachfeier. Herzlichen Dank vor allem für die Nachricht, die Sie mir über Ihre eigene Person»