Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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85 Enträtseln. Gernahnt habe ich Sie auch schon einmal (durch eine Jnlage Lei einem Geschäftskoupon des Herrn Saalfeld allhier, der jetzt in Wien Ist), aber vergebens. Ich bitte Sie, liebster Freund, lassen Sie mich nicht länger in Verlegenheit und schreiben Sie mir unmittelbar nach Empfang dieser Zeilen, denen ich weiter nichts hinzufügen kann als die aufrichtigsten Versicherungen inniger Achtung und Freundschaft Ihr Salomon. VIII. Hamburg, am 29. Dezember 1833. Auf alle meine Briefe, die ich Ihnen, geliebter Freund! in dem Zeitraum eines vollen Jahres und noch darüber geschrieben habe, besitze Hch zur Antwort einen Brief und — ein — Kouvert, daß zu einem zweiten Briefe die — Aussicht enthält. Nur durch Hamburger und andere, die in Wien rdaren und bei denen ich mich angelegentlich nach Ihnen und nach Ihren Augen befragte, erfuhr ich, daß Sie die Bäder besuchten, daß Sie gestärkt zurückkehrten, daß Sie wieder predigen und im Weinberg des Herrn rüstig arbeiten, nach wie vor. So innig ich mich auch mit diesen glücklichen Nachrichten freute, so weh tat es mir, daß ich dies alles aus fremdem Munde und nicht durch Ihre eigene Feder erfahren habe- Ich ertrug es schweigend, um mich nicht aufzudrängen. Ich würde, trotz meiner Liebe zu Ihnen im Herzen, auch ferner geschrieben haben, wenn unser Rießer bei dem Gruße, den er mir von Ihnen brachte, in Ihrem Namen' nicht hinzugesügt hätte, daß es Ihnen schiene, als habe ich — Sie aufgegeben und die Korrespondenz auch wegen der Bibelübersetzung unterbrochen hätte. Dazu kann ich natürlicherweise nicht schweigen, da ich mir, seitdem jenes Unternehmen zwischen uns zur Sprache kam, eine Bibelübersetzung gar nicht anders, als in Verbindung mit Ihnen denken kann, Sie müßten denn dieser Verbindung durchaus entgegen sein uüd sie auflösen, ehe sie noch befestigt ist. Ich habe zwar seit einem Jahre nicht viel gearbeitet, aber doch auch nicht ganz gefeiert, und ich will Ihnen die Bücher nennen, die ich so ziemlich ins Reine gebracht "habe. In meinem Pulte liegen fertig: Jesaia und die 12 kleinen Propheten bis auf IZefania; Me Psalmen bis auf den 119; Hiob bis auf den Pro — und Epilog; Proverbia, Genesis, Exodus und beschäftige mich jetzt mit „hPgaim und Ohaloth“, eine Beschäftigung, die mich zwar nicht sehr erbaut, doch aber beseitigt werden muß; daher denn die Weihnachts- Neujahrsferien Tasria uttfc!M?zora ausfüllen werden. Wollen Sie Proben sehen, so sagen Sie mir, was, wovon und wieviel, auch auf welchem Wege ich Ihnen die Manuskripte zuschicken soll. — Es ist eine ungeheure Arbeit, besonders wenn man so ungläubig ist und auf keine Autorität etwas giebt, sondern alles selbst sehen und prüfen will, sonst könnte man vieles nur abschreiben und höchstens revidieren und bei der Korrektur eines und das andere noch abändern. Bei den historischen Büchern, besonders bei den Chroniken wäre dieser Weg am Ende so «arg nicht und man würde viel Zeit ersparen. Viel neue Entdeckungen sind auf diesem Gebiete nicht zu machen, besonders da wir dem Massorischen