Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 17)
- Language
- German
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VI. > Hamburg, am 1. Chaniika 1832. Liebster Freund! Ich zähle Stunden und Minuten, bis ich Antwort auf mein jüngstes Schreiben von Ihnen habe und möchte, wenn auch nicht meine Zahlung — das geziemt nur dem Kaufmann — doch meine Zählung bald, recht bald' einstellen, denn ich feiere, bis ich von Ihnen erfahren haben werde, ob und wie und was ich an. der Bibelübersetzung arbeiten soll. Daher bitteick Sie inständigst, zögern Sie nicht und schreiben mir bald und ausführlich. Der Ueberbringer oder Uebersender dieses Blattes hat oft Veranlassung an sein Handlungshaus, für welches er reist, zu schreiben, und wird mit Vergnügen Ihre Briefe oder wohl auch Manuskripte an mich zu besorgen suchen. Nach eine Anfrage. Ich bin willens zu Ostern 1833 ein Heft Predigten unter dem Titel: „Das Leben des größten Propheten in Israel" in Predigten von etc. auf Subskription herauszugeben. Könnten Sie mir durch Ihren Einfluß in Wien und anderen Staaten Oesterreichs zu einer Anzahl Subskribenten wohlwollend verhelfen? Keine Buchhandlung, findet bei dem Verlage jüd. Predigten ihre Rechnung, weil Juden in der Regel höchstens nach guten Rechenbüchern fragen und die übrige Literatur muß ihnen so gelegentlich in Haus gebracht werden. Dr. Rießer hat mir einen Hochgenuß bereitet. Denn er hat mir von Ihnen und Ihrem Einflüsse und den Ihrigen erzählt. Ueber unsre bevorstehende Compagnie freuet er sich sehr und mehrere^ denen daran liegt, daß Bessere in Israel gefördert zu sehen. Er sagte mir auch, daß Sie deutsche Psalmen in Ihrer Synagoge einzuführen gedenken. In unserem bald zu erscheinendem neuen Gesangbuche finden Sie davon eine große Zahl.. Ich hoffe, daß Ihr Brief an mich schon auf dem Wege sei und will, alles, was ich Ihnen noch sagen möchte, dem künftigen Schreiben aufbewahren. , Für heute nur noch die herzlichsten Grüße und Wünsche von Ihrem Salomon.. Kr. Ehrwürden dem Herrn Mannheimer, Religionslehrer bei der Jsr. Gemeinde in Wien. VII. Hamburg, 4. Januar 1833. Nolens volens muß ich Sie um Porto bringen und zwar well Sie es mir — ersparen. Das Porto läßt sich wiederum erstatten uttfr ausgleichen; aber die Zeit, die unwiederbringliche, kann nicht ersetzt werden. Nun aber ist es die Zeit gerade, um die mich Ihr Schreiben bringt. Seit Ihrem Briefe, die Bibelübersetzung betreffend, habe ich diese mir so lieb gewordene Arbeit ruhen lassen, weil ich von Ihnen erst hören wollte, welchem Teil der Schrift ich mein Nachdenken und meine Kraft widmen soll. Nun schweigen Sie und ich kann mir dieses Schweigen nicht