Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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82 vermittelt sein, so hoffe und wünsche ich.- — Was ich aber für unumgänglich, nötig halte, ist, daß nichts einzeln, sondern die ganze Bibel auf einmal und in einem Bande erscheine. Das tut not und das haben wir noch nicht! und werden es auch sobald nicht bekommen, wenn sich nicht gerade zwei Arbeiter finden/bei denen der finanzielle Vorteil keine Rolle spielt und denen die Vorsehung eine solche Stellung gegeben, die der unsrigen gleichet. — Wie und auf welche Weise die Herausgabe am meisten zu' befördern stehet, ob auf dem Wege der Subskription oder ob die Kosten — die nicht geringe sind, auf andere Weise herzuschaffen wäre; ob man eine Art Bibelgesellschaft bilde, die unsre Krösusse insbesondere für das Werk interessieren, damit sie mehr oder weniger schenken und für ihre Geschenke Bibeln zur Verteilung unter die Armen erhalten oder ob wir selbst die Reichen zu dieser Wohltat auffordern; ob ein Abdruck in Wien für das südliche Deutschland, .Lin anderer etwa in Leipzig für das nördliche Deutschland veranstaltet werde; ob das Ganze an eine Buchhandlung' überlassen werde, oder ob wir selbst dasselbe verlegen, über dies und noch hundert andere, wenn auch nicht wesentliche, doch zu berücksichtigende Dinge müssen wir dann unsere Meinungen -und Ansichten austauschen, alles prüfen und das Beste behalten. Am 19. November. Ich lese durch, was ich Ihnen gestern geschrieben und finde, daß ich Ihnen zwar viel, aber noch nicht genug geschrieben habe, denn da man alles nur brieflich abmachen könne, so wollen wir der Post ihre volle Ladung jedesmal geben und alles besprechen, was der Erwähnung nur einigermaßen verdient. Sind Sie bei der Uebersetzung der poetischen Bücher und Stücke für irgend ein Metrum, oder scheint Ihnen der Rhytmus hinlänglich? Anfangs war ich mehr für das erstere, habe aber aus Gründen meine Meinung geändert, ob ich gleich sowohl Hiob als die Psalmen und mehrere der kl.'Propheten metrisch übersetzt habe, und nun nach Anhörung Ihrer Meinung — mehrere Aenderungen damit vornehmen muß. Sollen die Kapitel mit der Angabe des Inhalts bezeichnet werden, selbst da, wo die Bibel selbst diese näheren Angaben nicht hat? Ich glaube, daß solche Inhalts-Bezeichnungen mit den Anmerkungen ein und dasselbe Schicksal haben und ganz aus demselben Gesichtspunkte zu nehmen sind. Wie sollen die biblischen Namen geschrieben werden-? Erklären Sie sich für Chava oder Eva, für Abel oder Hebel, für Meßuschelach oder Methusalem, für Jesaias oder Jeschajah, für Jerusalem oder Jeruscholajim, für Jsai oder Jeschaji, für Artarchschasta oder Artaxerxes, für Achaschwerosch oder Ahasveros? Meinem Ohre klingen die ersteren barbarisch; dem Ohre meines Kollegen Herrn Br. K. und dem des Herrn Bresselau sehr melodisch. Letzterer' verließ einmal den Tempel beim Vorlesen des Textes, als der Prediger — und das war ich — statt Jischais Sohn, Jsais Sohn sagte und statt Schemuel, Samuel sprach. Ich hatte schon manchen komischen Auftritt mit diesem Herrn über diese Eigenheit. Wie denken Sie darüber? Soll jedes biblische Buch eine Einleitung haben? Lauter Gegenstände, die besprochen werden, müssen und über die wir das pro und contra zu erwägen haben.