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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 75

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
Date
1919-01-01
Page
Seite 75 (sequence 8)
Language
German
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75 fein vernünftiges Resultat geben. Sehen Sie, Lieber, wenn Sie» erst in Berlin sind, dahin müssen wir vereinigt arbeiten, daß wir" ein Ganzes bilden und uns nicht einer vor dem andern und vor uns selbst zu schämen haben. Im Grunde haben doch die Herrin B und F. ein wahres Quodlibei von einem Gebetbuch bearbeitet, — die Alten verscheucht es — die Neuern spricht es nicht, an und für die, die in der Mitte stehen, entlält es zu viel und zu wenig und zudem Orientalismen und Hebraismen mit — deutschen Lettern und deutschen Melodien. Ist Ihr Gebetbuch vollendet und höhern Ortes niedergelegt? Sie konnten nun freilich mit größere, Bedächtigkeit und Sorgfalt zu Werke gehen; nur sollten unsre M'saäre T’fillot . nicht vergessen, daß ihre Kompositionenkeinesweges vom Sinai auf uns gekommen sind. Das liturgische Fach scheint anzustecken und einen egoistischen Geist zu entwickeln, wofür uns der Gott der- Wahrheit behüten wollte! Gott erhalte Sie, mein Teuerster, und rüste Sie aus mit dem Geiste der Kraft und des Mutes, daß.Sie die Erde schlagen mit der Rute Ihres Mundes und die Gottlosigkeit mit dem Hauche Ihren Lippen Mir aber erhalten Sie Ihre Freundschaft für und für, sch wie ich unverändert bleibe v ' * Ihr Ihnen ergebenster Salomom Hamburg, den 10. Januar 1823. IV. Hamburg, am 1. Juni 1830. Zwischen den Empfang Ihres lieben Schreibens, mein verehrte,r Herr Mannheimer! und dem heutigen Tage liegen vier volle Monate, ein Zeitraum, knr mit liier. Besuchen, Amtsvenichiungen und Krank-- heilen angefüllt war und der mich wahrlich nicht die lyrische Stimmung finden ließ, deren es doch bedarf, um eine so freundliche Epistel als die Ihrige, gehörig zu beantworten. Jetzt aber, da wir endlich" einmal sagen dürfen: Eth. liasamir higia, der traurige Winter vergessen, die Festzeit,. für den Prediger die Arbeitszeit, vorüber und das Herz frödlich ist, kenne ich kein schöneres und heiligeres Geschäft als Ihnen für die herzinnigen Worte zu danken, die Sie im verflossenen Januar an mich gerichtet haben. — Ich hatte dre Hoffnung, Ihre Handschrift zu seh n, völlig auf-- gegeben, habe aber keinesweges Ihnen, sondern mir selbst gezürnt, Haß es mir nicht gelungen sei, Ihre Fr.undschaft zu gewinnen und Sie auch in der Ferne an mich zu fesseln. Ich halte zwar das tröstende Bewußtsein, Ihre Freundschast nicht geradezu verscherzt zu haben; indessen da sich d.-s Gleichartige in der Regel anzieht, so grämte ich mich schier ob der wenigen Sympathie, die zwischen unfern Naturen stattfindet. Aber aus Sie unwillig war ich auch keinen Augenblick Wie freudig nun mich. Ihr Brief überrascht hat, brauche ich Ihnen nicht zu sagen und zu dew.

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